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Anthrax

Definition

Milzbrand oder Anthrax ist eine meist schwer verlaufende bakterielle Erkrankung. Sie kann Haut, Lunge oder Darm befallen. Verursacht wird sie durch den Erreger Bacillus anthracis, der das hochgiftige Milzbrandtoxin produziert. Die Erkrankung wird durch Tiere, vor allem  Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde übertragen.

 Vorkommen

In Industrieländern ist Milzbrand sehr selten geworden. Hauptverbreitungsgebiete sind Afrika, Zentral- und Südasien. Der Erreger bevorzugt eine warme und feuchte Umgebung. Die Sporen können im Boden jahrzehntelang überleben. Weltweit erkranken laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 2.000 Menschen am Hautmilzbrand. Lungen- und Darmmilzbrand sind wesentlich seltener.

Milzbrand wird auch als gefährliche biologische Waffe eingestuft, die in den Händen von Terroristen großen Schaden anrichten kann.

Ansteckung

Da der Milzbrand-Erreger durch Tiere übertragen wird, sind vor allem Menschen gefährdet, die beruflich mit Nutztieren oder tierischen Produkten wie Wolle, Milch, Fleisch oder Knochenmehl zu tun haben. Die Ansteckung erfolgt über kleinste Verletzungen der Haut (Hautmilzbrand), das Einatmen der Erreger (Lungenmilzbrand) oder den Verzehr von verunreinigtem Fleisch (Darmmilzbrand). Bei der körpereigenen Abwehrreaktion gegen den Erreger werden Gifte freigesetzt, die wiederum die Blutgefäße schädigen.

Verlauf

Je nach Infektionsweg nimmt Milzbrand einen unterschiedlichen Verlauf:

Hautmilzbrand ist mit 95% der Fälle die häufigste und am wenigsten schwere Form von Milzbrand. Ein bis sieben Tage nach der Ansteckung entstehen an der Infektionsstelle entzündliche Hautveränderungen.  Flüssigkeitsgefüllte Bläschen und Schwellungen (Ödeme) kommen hinzu, später auch schwarzer Schorf. Typisch ist auch ein Anschwellen der Lymphknoten. Meistens heilt der Hautmilzbrand spontan ab, ohne Behandlung verlaufen allerdings 5 ? 25 % der Fälle tödlich.

Lungenmilzbrand entsteht durch das Einatmen von Milzbrandsporen. Die Inkubationszeit dauert von wenigen Stunden bis zu einigen Tagen. Als Symptome zeigen sich zuerst Husten, Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Atembeschwerden. Da das Frühstadium einer Lungenentzündung ähnelt, ist es schwer, sofort die richtige Diagnose zu stellen. Die Infektion entwickelt sich sehr schnell zu einer lebensbedrohlichen Krankheit mit Bluthusten, Atemnot und Kreislaufversagen. Ohne Antibiotika-Therapie führt die Krankheit innerhalb weniger Tage zum Tod.

Darmmilzbrand wird durch das Essen von verunreinigtem Fleisch übertragen. Diese Form des Milzbrandes ist sehr selten. Als erste Krankheitszeichen zeigen sich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Appetitlosigkeit. Im weiteren Verlauf kommen blutige Durchfälle und eine Bauchfellentzündung hinzu. Selbst mit ärztlicher Behandlung ist Darmmilzbrand schwer zu beherrschen, unbehandelt führt er zum Tod.

Injektionsmilzbrand trat in einigen Fällen nach dem Spritzen von verunreinigtem Heroin auf. Die Haut um die Einstichstelle entzündet sich, es bilden sich starke Schwellungen. Gewebeteile können absterben oder es kommt zu einer rasch fortschreitenden Blutvergiftung.

Diagnose

Bei Milzbrand ist eine möglichst frühe Diagnose entscheidend, da die Überlebenschancen besser sind, wenn die Behandlung in einem frühen Krankheitsstadium ansetzt. Patienten sollten den Arzt deshalb darüber informieren, wenn sie in Kontakt mit Nutztieren oder deren Produkten gekommen sind.

Um die Diagnose zu stellen, wird der Arzt sowohl einen Abstrich von der Wunde machen als auch eine Blutprobe nehmen. Es gibt Referenzzentren für Milzbrand, die auf den Nachweis des Erregers spezialisiert sind. Milzbrand ist in Deutschland meldepflichtig.

Behandlung/Therapie

Milzbrand lässt sich mit einer hochdosierten Antibiotika-Kombination behandeln. In schweren Fällen von Hautmilzbrand muss manchmal Gewebe chirurgisch entfernt werden. Die Heilungsquote von Hautmilzbrand beträgt mit Behandlung 99%. Bei den anderen Formen von Milzbrand ist die Wahrscheinlichkeit einer kompletten Gesundung wesentlich geringer.

Bei Verdacht auf Milzbrand-Exposition sollte eine orale antibiotische Prophylaxe durchgeführt werden.

Vorsorge

Ein Impfstoff gegen Milzbrand existiert zwar, er ist in Deutschland aber nicht verfügbar.

Zum Schutz vor Milzbrand ist der Hautkontakt mit Huftieren und rohen tierischen Produkten zu vermeiden. In Industrieländern kommt eine Anthrax-Infektion allerdings sehr selten vor. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht beobachtet.

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