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Chlamydien Infektion

Definition

Die Chlamydien-Infektion gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten der Welt. Sie wird von Bakterien des Typs Chlamydia trachomatis verursacht. Die Krankheit äußert sich durch eine Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane, die unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen kann. Eine Infektion mit Chlamydia trachomatis kann außerdem geschwürige Lymphknoten (Lymphogranuloma venereum) im Genitalbereich oder eine Bindehautentzündung (Trachom) auslösen.

Daneben existieren weitere Arten von Chlamydien-Infektionen, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden und Atemwegserkrankungen oder grippeähnlichen Beschwerden hervorrufen. Auf diese wird hier nicht näher eingegangen.

Vorkommen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass sich jährlich 89 Millionen Menschen mit genitalen Chlamydien infizieren. Die Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane ist auch in Deutschland sehr weit verbreitet. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass ca. 6% der Bevölkerung betroffen sind, bei jungen Frauen sind es bis zu 20%.

Das Lymphgranulom, eine geschwürige Veränderung im Genitalbereich, tritt vor allem in Asien, Afrika, Südamerika und Teilen der Karibik auf. Die von Chlamydien verursachte Bindehautentzündung kommt vor allem in tropischen Ländern mit mangelhaften hygienischen Verhältnissen vor. Weltweit sind etwa 150 Millionen Menschen infiziert, von denen etwa 6 Millionen aufgrund ihrer Erkrankung erblindet sind.

Ansteckung

Die Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane erfolgt über ungeschützten Sex. Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, die kein Kondom benutzen, haben ein besonders hohes Risiko. Schwangere Frauen mit Chlamydien können die Infektion bei der Geburt auch an ihr neugeborenes Kind weitergeben. Das Lymphgranulom wird ebenfalls durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Die von Chlamydien hervorgerufene Bindehautinfektion wird durch infektiöses Augensekret weitergegeben, entweder durch Schmierinfektion über die Hände oder durch kontaminierte Handtücher oder andere Gegenstände. Eventuell kommen auch Fliegen als Überträger in Frage.

Verlauf

Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane
Die Krankheit macht sich ein bis drei Wochen nach der Infektion durch Brennen und Jucken beim Wasserlassen und gelblichen Ausfluss bemerkbar. Gerade bei Frauen verläuft sie jedoch oft mit so leichten Symptomen, dass sie unbemerkt bleibt.

Wird die Infektion nicht behandelt, kann sie bei Frauen zu eitrigen Entzündungen der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Eileiter führen. Die Verschleppung der Infektion kann eine Verklebung der Eileiter zur Folge haben und unfruchtbar machen.

Auch beim Mann können Harnröhre, Prostata und Nebenhoden von der Entzündung betroffen sein und ebenfalls Unfruchtbarkeit zur Folge haben.

Bindehautentzündung (Trachom)
Die von Chlamydien verursachte Bindehautentzündung äußert sich durch tränende Augen, Lichtempfindlichkeit und ein Druckgefühl im Auge. Oft erfolgt die Erstinfektion schon im Kindesalter. Durch darauf folgende Reinfektionen verändert sich die Hornhaut und trübt sich nach und nach ein. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann sie zur Erblindung führen. Weltweit ist eine Infektion mit Chlamydia trachomatis die zweithäufigste Ursache für Erblindung.

Lymphogranuloma venereum
Drei bis 12 Tage nach der Ansteckung bilden sich im Genitalbereich Pusteln, die sich zu einem Geschwür auswachsen. Nach 10 bis 30 Tagen schwellen dann die Lymphknoten in der Leiste schmerzhaft an und beginnen zu eitern. Gleichzeit kann es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen kommen.

Diagnose

Zum Nachweis einer Chlamydien-Infektion nimmt der Arzt einen Abstrich vom Gebärmutterhals oder der Harnröhre sowie eine Urinprobe und lässt die Proben im Labor untersuchen. Findet sich im Zellabstrich Erbgut des Erregers, ist eine Chlamydien-Infektion wahrscheinlich. Zusätzlich kann ein Bluttest Hinweise auf Antikörper gegen Chlamydia trachomatis geben. Allerdings sind die Antikörper erst nach sechs bis acht Wochen nach der Ansteckung messbar.

Behandlung / Therapie

Chlamydien-Infektionen lassen sich mit Antibiotika gut behandeln. Meist werden Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline (z.B. Doxycyclin) oder Makrolide (z.B. Erythromycin) eingesetzt.

Vorsorge

 Folgende Tipps helfen, eine Chlamydien-Infektion zu vermeiden:

  • Benutzen Sie Kondome beim Sex.

  • Wenn Sie ein Jucken beim Wasserlassen feststellen oder einen seltsamen Ausfluss bemerken, lassen Sie sich auf Chlamydien testen. Durch eine Behandlung der Krankheit stoppen Sie die Weitergabe der Bakterien an Sexualpartner und verhindern Komplikationen bis hin zur Unfruchtbarkeit.

  • Vor einer Chlamydien-Infektion der Bindehaut schützt zu einem gewissem Grad regelmäßiges Händewaschen und das genaue Einhalten von Hygienevorschriften.

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