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Hepatitis E

Definition

Unter einer Hepatitis E versteht man eine akute Entzündung der Leber. Verursacher ist das Hepatitis-E-Virus (HEV). In gemäßigten Breiten tritt die Viruserkrankung nur sporadisch oder als importierte Reiseerkrankung auf.


 Vorkommen

Das Hepatitis-E-Virus (HEV) kommt vor allem in Ländern und Regionen mit schlechten Hygienebedingungen wie etwa in Indien, Afrika und Asien vor. Besonders viele Fälle treten zur Regenzeit auf.

In Europa, den entwickelten Ländern Asiens und in den USA kommt es nur vereinzelt zu Hepatitis-E. Es gab allerdings in den letzten Jahren vermehrt Fälle, bei denen es in Zusammenhang mit einer Organtransplantation zu schweren Hepatitis-E-Erkrankungen kam.


Inkubation

Das Hepatitis-E-Virus verbreitet sich ähnlich wie bei Hepatitis A über den Stuhl von infizierten Menschen. Vor allem verunreinigtes Trinkwasser gilt als wichtiger Auslöser der Erkrankung. Die Übertragung erfolgt aber auch über Schmierinfektionen, etwa durch die Berührung von kontaminierten Gegenständen wie Türgriffen, Toilettenspülungen oder Handgriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch ungeschältes Gemüse und Obst sowie Speiseeis können einen Infektionsquelle sein.

Zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitssymptomen vergehen rund sechs (höchstens neun) Wochen. Mitunter zeigen sich aber auch schon nach zwei Wochen erste Krankheitszeichen.


Verlauf

Die ersten Beschwerden einer akuten Hepatitis E sind Übelkeit, Appetitlosigkeit, Widerwillen gegen bestimmte Nahrungsmittel, leichtes Fieber sowie Gelenks- und Muskelschmerzen.

In der zweiten Phase der Erkrankung kommt es zur Gelbfärbung von Schleimhäuten sowie Haut und Augen (Gelbsucht). Der Urin wird dunkel und der Stuhl entfärbt sich. Nach zwei bis drei Wochen heilt die Krankheit meist folgenlos aus. Schwere Verläufe kann es bei Schwangeren am Ende des dritten Schwangerschaftsdrittels geben (in Zusammenhang mit Mangelernährung). In dieser Risikogruppe kann es sogar zu Todesfällen kommen, wie etwa in Indien geschehen.

Die meisten Erkrankten sind allerdings nach einigen Wochen wieder vollständig genesen. Eine chronische Hepatitis mit einer dauerhaften Schädigung der Leber wurde nur von Organtransplantierten oder immunsupprimierten Menschen sowie Dialysepatienten berichtet. In dieser Gruppe kann es ebenfalls schwere Verläufe bis hin zum (letalen) Leberversagen geben.


Diagnose

Eine Hepatitis E lässt sich durch eine Untersuchung des Blutes auf Antikörper gegen das Virus diagnostizieren. Wie aktiv die Erkrankung ist, zeigt eine Analyse der Leberwerte.


Behandlung / Therapie

Meist muss die Erkrankung nicht mit Medikamenten behandelt werden, da sie von selbst ausheilt. Die Therapie kann unterstützende Maßnahmen wie Medikamente gegen Übelkeit umfassen. Immungeschwächte Menschen werden über 90 Tage mit dem Virustatikum Ribavarin behandelt, das immer zu einer Ausheilung der Erkrankung führt.


Vorsorge

Noch gibt es in unseren Breiten keine offiziell empfohlene aktive Schutzimpfung. Ein Impfstoff wurde zwar bereits erfolgreich entwickelt, ist aber derzeit nur in China zugelassen.
Schutz bieten vor allem Hygienemaßnahmen. In Reiseländern mit niedrigem Hygienestandard sollten Früchte und Gemüse stets geschält oder gekocht werden. Als Trinkwasser sollte man nur Mineralwasser oder gut abgekochtes Leitungswasser verwenden.


Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch gibt es einige Erkrankungen, die einer akuten Hepatitis ähneln können wie etwa durch andere Virentypen verursachte Leberentzündungen sowie Gifte und Alkoholmissbrauch.
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