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Lausbefall

Definition

Menschenläuse (Pediculidae) zählen zu der Familie der Phthiraptera (der Tierläuse). Man unterscheidet sechs Arten von Menschenläusen, von denen bestimmte Unterarten an den menschlichen Organismus angepasst sind. Dazu zählen die Filz- oder Schamlaus (Pthirus pubis), die Körperlaus (Pediculus humanus corporis), die Kleiderlaus und die am häufigsten auftretende Kopflaus (Pediculus humanus capitis). Menschenläuse können als blutsaugende Parasiten verschiedene Krankheitserreger übertragen.


 Vorkommen

Menschenläuse kommen weltweit vor. In Mitteleuropa gibt es immer wieder Kopflaus-Epidemien in Kindergärten und Schulen. Die Kleiderlaus tritt hingegen in Mitteleuropa nur äußerst selten auf. Häufig sind in westlichen Industrieländern die Filzläuse, die vor allem Erwachsene und hier vor allem Männer befallen. 


Inkubation

Wie alle Tierläuse sind auch Menschenläuse blutsaugende Parasiten. Als Stechwerkzeuge fungieren ihre langen Stechrüssel. Ein Einstich führt zu Quaddelbildung und starkem Juckreiz. Die Entwicklungsphase vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier dauert etwa 25 Tage. Erwachsene Menschenläuse leben rund einen Monat. 

Filzläuse werden fast immer durch engen Körperkontakt, bzw. vorwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Übertragung von Kopfläusen geschieht von Kopf zu Kopf, etwa indem Kinder beim Spielen die Köpfe zusammenstecken. Die Nissen, das sind die länglich-ovalen Eier der Kopflaus, kleben an den Haaren fest und durchlaufen drei Larvenstadien bei ihrer Entwicklung, die in drei Wochen abgeschlossen ist. Bei der in Europa seltenen Kleiderlaus werden die Nissen an den Fasern und Nähten der Kleidung abgelegt. 


Verlauf

Durch die Stiche der blutsaugenden Menschenläuse zeigen sich Hautreaktionen und vor allem Juckreiz. Durch das Kratzen an befallenen Stellen können sich Ekzeme, Lymphknotenschwellungen hinter dem Ohr und andere Zeichen einer Sekundärinfektion zeigen. Alle Läusearten können verschiedene Krankheitserreger übertragen wie etwa Fleckfieber. Dieses Problem tritt vor allem in unterentwickelten Ländern auf. 


Diagnose

Menschenläuse lassen sich durch eine gründliche Inspektion der Haut und Haare feststellen. Im Gegensatz zu Schuppen haften Nissen fest an den Haaren. Sowohl Nissen wie auch Läuse sind mit der Lupe oder auch mit bloßem Auge sichtbar. 


Behandlung / Therapie

Bei der Therapie eines Kopflausbefalls haben sich insektizide Wirkstoffe wie etwa Pyrethrum oder Dimeticon und das mehrfach feuchte Auskämmen der Nissen mit einem Läusekamm bewährt. Insektizide Wirkstoffe wie Pyrethrum und Permethrin werden auch im Kampf gegen die Kleiderlaus eingesetzt. Wichtig ist zudem, dass befallene Kleidung, Polster oder Matratzen ebenfalls von Läusen befreit werden. Wäsche muss bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Kleidung und andere befallene Gegenstände müssen für mindestens einen Tag in der Tiefkühltruhe oder 2 Wochen luftdicht verschlossen aufbewahrt werden, um die Läuse abzutöten. Auch im Kampf gegen die Filzlaus hat sich Pyrethrum bewährt. Bei einem Filzlausbefall muss die Kontaktperson immer mitbehandelt werden, um eine Neuansteckung und Weitergabe des Parasiten zu verhindern. 


Vorsorge

Gegen Kopfläuse gibt es keinen absolut sicheren Schutz. Das wäre nur bei der Vermeidung jeglichen engen Körperkontakts möglich und gerade bei Kindern nicht realistisch. Um eine weitere Verbreitung der Kopfläuse zu verhindern, dürfen von Kopfläusen befallene Kinder allerdings so lange nicht in die Schule bzw. in den Kindergarten, bis sie durch die entsprechende Behandlung wieder lausfrei sind. 


Differenzialdiagnose

Kopfhautschuppen und damit einhergehende Erkrankungen wie etwa Schuppenflechte werden mitunter als Befall mit Nissen fehlgedeutet. 

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