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Schlafkrankheit

Englische BezeichnungSchlafkrankheit

Trypanosomiasis, sleeping sickness

Definition

Die Schlafkrankheit ist eine ernste Erkrankung des Lymph- und Nervensystems. Erreger sind Parasiten (Protozoen) der Gattung Trypanosoma brucei gambiense undTrypanosoma brucei rhodesiense. Die Infektion wird durch Stiche infizierter TseTse-Fliegen übertragen.

Das Hauptreservoir fürTrypanosoma brucei gambiense ist der Mensch. Hauptreservoir für Trypanosoma brucei rhodesiense sind Rinder und Wildtiere, Antilopen eingeschlossen.

Vorkommen

Trypanosoma brucei gambiense herdförmig in den tropischen Ländern West- und Zentralafrikas, Trypanosoma brucei rhodensiense in Ostafrika - die Verbreitung reicht südwärts bis Botswana.

Verlauf

Trypanosoma brucei gambiense verursacht eine chronische Erkrankung, wobei die ersten Symptome nach einer langen Inkubationszeit von Wochen oder Monaten erscheinen.

Bei Trypanosoma brucei rhodesiense kommt es zu einer eher akuten Krankheit mit Beginn wenige Tage bis Wochen nach dem infizierenden Stich. Oft kommt es zu einer auffallenden Läsion im Bereich der Inokulationsstelle (sog. Trypanosomenschanker).

Zu den ersten klinischen Zeichen gehören schwere Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, geschwollene Lymphknoten, Anämie und Hautausschlag. Im Spätstadium der Krankheit kommt es zu fortschreitendem Gewichtsverlust und zur Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems. Unbehandelt endet die Krankheit ohne Ausnahme tödlich.

Inkubation

1 - 3 Wochen (Trypanosoma brucei rhodesiense);

Wochen oder Monate (Trypanosoma brucei gambiense)

Diagnostik

Erregernachweis im Gewebe, Liquor und in Blutkulturen, Immunserologie

Therapie

Aufgrund der Toxizität der verfügbaren Medikamente wird die Schlafkrankheit in den meisten Fällen stationär behandelt. Im Stadium II werden Arsenverbindungen eingesetzt, die ausgeprägte Nebenwirkungen auslösen. Die Letalität kann hier bis zu 5% betragen. Stadium I: Gabe von Suramin (Trypanosoma brucei rhodesiense/gambiense) oder Pentamidin (Trypanosoma brucei gambiense). Beide Medikamente wirken nicht auf Erreger im Zentralnervensystem, da sie die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Stadium II: Gabe von Melarsoprol oder Eflornithin (Trypanosoma brucei gambiense). Beide Medikamente wirken gegen Erreger im ZNS, sind jedoch neurotoxisch.

Vorsorge

Keine Impfmöglichkeit; Schutz vor Insektenstichen ist ratsam.

>> Wirkungsvoller Schutz vor Insekten

WichtigsteDifferenzialdiagnose

Malaria, Leishmaniase, Typhus, Leptospirose

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