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Schweinefinnenbandwurm

Bandwurmbefall durch den Rinder- oder Schweinebandwurm - auch: Täniasis

Für den Befall des Menschen mit Fuchsbandwurm, Hundebandwurm oder Fischbandwurm finden Sie eigene Krankheitsbeschreibungen.

Definition

Rinder- und Schweinebandwürmer sind Parasiten, die von ihrem eigentlichen Wirtstier auch auf den Menschen übertragen werden können. Sie verursachen die Krankheit Täniasis. Man unterscheidet drei Arten von Würmern: Taenia saginata, Taenes solium und Taenia asiatica. Nur die von Schweinen übertragene Art Taenia solium kann ernsthafte gesundheitliche Probleme in Form einer Zystizerkose verursachen.

 Vorkommen

Weltweit sind etwa 40 bis 60 Millionen Menschen mit dem Rinderbandwurm infiziert. Die Erkrankung kommt vor allem in Ost- und Zentralafrika vor. Seltener, aber potentiell gefährlicher, ist der Schweinebandwurm. Er ist in Afrika, Süd- und Mittelamerika, Indien, China und Südostasien verbreitet.

Quelle: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/Endemicity_Taenia_Solium_2015-1000x706.jpg?ua=1 

Ansteckung

Menschen stecken sich mit dem Bandwurm an, wenn sie infiziertes Rindfleisch oder Schweinefleisch essen, das roh oder nicht ausreichend gegart war. Die Finnen (Larven des Bandwurms) werden mitverzehrt und besiedeln anschließend den Darm.

Die Eier des Schweinbandwurms vom Typ Taenia solium werden dagegen nicht (unbedingt) über rohes Fleisch aufgenommen. Sie gelangen in den Körper, wenn eine Person, die bereits Träger des Schweinefinnenbandwurms ist, über den Stuhl Wurmeier ausscheidet, und diese dann über verunreinigtes Trinkwasser, verunreinigte Nahrungsmittel oder Schmierinfektionen weitergegeben werden.

Verlauf

In vielen Fällen verläuft die Infektion mit einem Bandwurm ohne größere Symptome. Manchmal kommt es zu leichten Magen- und Darmbeschwerden. Es kommt aber auch vor, dass der ungebetene Gast 10 Meter lang wird und 20 Jahre im Darm lebt, ohne überhaupt bemerkt zu werden. Häufig entdecken die Betroffenen den Wurmbefall erst dadurch, dass sie Wurmbestandteile im Stuhl finden.

Gefährlich kann es werden, wenn sich aus dem Befall mit Bandwürmern eine Zystizerkose entwickelt. Die Finnen (Larven) des Schweinebandwurmes befallen dann verschiedene Organe wie Muskeln, Haut oder Augen. In etwa 60 % aller Fälle sind das Gehirn und das zentrale Nervensystem betroffen, was zu gravierenden Funktionsausfällen führen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass die Zystizerkose mit einem Befall des Gehirns für 30% aller Epilepsie-Erkrankungen in den entsprechenden Verbreitungsgebieten verantwortlich ist.

Diagnose

Täniasis: Bandwurmträger haben meist wenige und unspezifische Beschwerden. Dazu können zählen: übermäßiges Hungergefühl, Gewichtsverlust, Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen und ein leichtes Jucken am After. Bei Verdacht auf Bandwurmbefall wird der Arzt eine Stuhlprobe auf einzelne Glieder von Bandwürmern untersuchen.

Zystizerkose: Deutliche klinische Symptome wie Nackensteifigkeit, epileptische Anfälle und Hirndruckzeichen geben dem Arzt Hinweise auf eine Zystizerkose. Die Krankheit wird durch serologische Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren und das operative Entfernen von Finnen nachgewiesen.

Behandlung/Therapie

Beide Erkrankungen werden mit wurmabtötenden Medikamenten, sogenannten Antihelmetika, behandelt (z.B.Praziquantel). Die Täniasis heilt dadurch vollständig wieder aus. Die Therapie von Zystizerkose wird meist zusätzlich mit Cortison und/oder Antiepileptika unterstützt. Manchmal ist zur Entfernung der Finnen auch eine Operation nötig.

Vorsorge

Um eine Infektion mit dem Rinder- oder Schweinbandwurm zu vermeiden, sollte man kein rohes oder schlecht durchgegartes Fleisch essen. Dies gilt vor allem bei Reisen in Länder mit niedrigem Lebensstandard, wo die staatliche Fleischhygienekontrolle nicht richtig funktioniert. Eine Möglichkeit, Bandwurmlarven sicher abzutöten, ist das Einfrieren von Fleisch für mindestens 10 Tage bei -18° C.

Vor einer Infektion mit Zystizerkose schützt man sich am besten, indem man sich auf Reisen in die betroffenen Länder häufig die Hände wäscht, Wasser nur aus  originalverschlossenen Flaschen trinkt und beim Essen streng nach der Regel ?cook it, boil it,  peel it or forget it? lebt.

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