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Strongyloidose

Definition

Unter einer Strongyloides versteht man eine Infektion mit dem Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis). Dieser Parasit befällt den Darm des Menschen ohne Zwischenwirt, allerdings unterbrochen von einer freilebenden Lebensphase. Zwergfadenwürmer sind im ausgewachsenen Zustand zwei Millimeter lang.

Vorkommen

Der Zwergfadenwurm ist vor allem in den Tropen verbreitet, kommt mitunter aber auch in gemäßigteren Klimazonen vor, wo er für Familien- oder Gemeinschaftsinfektionen verantwortlich ist.

Inkubation

Die Inkubationszeit für eine Strongyloides beträgt mindestens 17 Tage. Die winzig kleinen Larven durchdringen die nackte Haut des Menschen. Dafür reicht etwa schon der Kontakt mit infiziertem Boden beim Barfußlaufen. Die Larven dringen anschließend in die Blutbahn ein und bewegen sich weiter in die Lungenkapillaren, wo sie die Blutbahn verlassen und in die Lungenbläschen (Lungenalveolen) einwandern. Über die Bronchien gelangen sie in den Hals, wo sie verschluckt werden und so schließlich im Magen und im Dünndarm landen. Hier entwickeln sich die erwachsenen Zwergfadenwürmer zu Weibchen, die sich in die Wand des Dünndarms eingraben und dort ihre Eier produzieren, aus denen wiederum Larven hervorgehen. Diese werden entweder über den Kot ausgeschieden oder gelangen über die Dünndarmwand in die Blutbahn. Es kommt also zu einer Selbst- oder Auto-Infektion.

Verlauf

Eine Strongyloides kann chronisch werden. Erste Anzeichen für einen Befall sind Beschwerden in den Atemwegen, die sich etwa eine Woche nach der Infektion bemerkbar machen. 

Rund drei bis vier Wochen nach der Ansteckung können sich Beschwerden im Verdauungstrakt zeigen mit Übelkeit, Völlegefühl, blutigen Durchfällen und Erbrechen. Diese Beschwerden können aber auch erst Jahre nach der Erstinfektion auftreten. 

Bei einem massiven Befall können sich Anzeichen von Asthma oder einer Lungenentzündung zeigen, die durch die Reizung der via Luftröhre austretenden Larven ausgelöst werden. Die in die Analhaut eindringenden Larven können zudem Afterjucken auslösen. Eine Infektion kann aber auch vollkommen ohne Beschwerden verlaufen.

Diagnose

Die Strongyloides stercoralis Wurmlarven lassen sich etwa drei Wochen nach der Infektion mikroskopische im Stuhl nachweisen. 

Behandlung / Therapie

Eine Strongyloides wird vor allem mit dem Wurmmittel Mebendazol therapiert. Dieses sogenannte Breitband-Anthelminthikum wirkt gegen eine Vielzahl von Wurmarten und wird drei Tage lang angewandt, bis alle Würmer abgetötet sind.
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Vorsorge

Eine vorbeugende Impfung gegen die Infektion mit dem Zwergfadenwurm gibt es nicht. Auch eine medikamentöse Vorbeugung ist nicht möglich. Wichtig für die Vorsorge in den feuchtwarmen Tropen und Subtropen sind das Tragen von festen Schuhen und der Verzicht auf das Barfußlaufen, da sich der Zwergfadenwurm vorwiegend im Erdboden aufhält. Man sollte daher auch nicht im Freien mit bloßer Haut auf dem Boden liegen oder sitzen.


Differenzialdiagnose

Es gibt eine Reihe von weiteren Ursachen, die mit ähnlich verlaufenden Darmentzündungen und chronischen Durchfällen einhergehen.

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