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Virales Hämorrhagisches Fieber

Definition


Das virale hämorrhagische Fieber ist eine Gruppe ähnlicher infektiöser Fiebererkrankungen, bei denen häufig Blutungen auftreten. Verursacht werden sie von RNA-Viren aus vier verschiedenen Familien, die sich auf unterschiedlichen Wegen verbreiten. Einige von ihnen sind über die Atemwege auch auf den Menschen übertragbar.

Zu den von Viren verursachten hämorrhagischen Fiebern gehören Ebola- und Marburg-Fieber, Dengue-Fieber, Gelbfieber, Hanta-Fieber, Lassa-Fieber, Rift-Valley-Fieber, Krim-Kongo-Fieber und andere Arten, die gesondert beschrieben werden.

 Vorkommen


Das hämorrhagische Fieber tritt mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten auf. Am stärksten verbreitet ist es in Südamerika, Afrika und Südostasien. In Nordamerika und Mitteleuropa kommt es hingegen kaum vor. Nach Deutschland wird es gelegentlich von Reisenden, die sich im Ausland angesteckt haben, eingeschleppt. Mehrere deutsche Krankenhäuser besitzen Sonderisolierstationen für diese stark infektiösen Patienten.

Inkubation


Die Erreger des hämorrhagischen Fiebers stammen ursprünglich von Haustieren, Affen und Nagetieren. Sie zählen also zu den Zoonosen, zu den Infektionskrankheiten, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragen werden.


Menschen stecken sich durch Stechmücken an, oder durch die Zubereitung und das Verspeisen von infizierten Tieren. Lassafieber wird in erster Linie durch den Kontakt mit infiziertem Urin oder Tierkot auf den Menschen übertragen. Einige Fieberarten werden auch von Mensch zu Mensch übertragen, etwa durch Tröpfcheninfektion.

Die Inkubationszeit beträgt meist rund eine Woche; sie kann aber wie beim Ebolafieber auch zwischen zwei und 21 Tagen schwanken.

Verlauf


Die Infektionen beim hämorrhagischen Fieber greifen verschiedene Körpergewebe an und führen dadurch zu Blutungen. Hohes Fieber über 38,5 °C ist ein wichtiges Symptom, ebenso Nieren - und Leberfunktionsstörungen mit Ödemen. Auch innere Blutungen ins Gewebe, die sich als blaue Flecken zeigen, können auftreten. Stuhl und Urin sind oft blutig. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu Schock und Kreislaufzusammenbruch kommen, ebenso zu Lähmungen und Krämpfen. Neurologische Schäden wie etwa eine Hörminderung können entstehen.


Diagnose


Die Symptome alleine lassen keine schlüssige Diagnose der Erkrankung zu. Erst eine exakte virologische Diagnostik bringt Aufschlüsse. Die Diagnose kann das nur in wenigen Laboren durchgeführt werden, da die Viren hochansteckend sind und daher nur in Hochsicherheitslabors untersucht werden können. In Deutschland führen folgende Labore bei Verdacht auf hämorrhagischen Fieber Untersuchungen durch: Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, das Robert Koch-Institut in Berlin und das Institut für Virologie in Marburg.


Behandlung /Therapie


Für die meisten hämorrhagischen Fiebererkrankungen gibt es bislang keine erfolgreiche medikamentöse Behandlung. Lediglich das Virostatikum Ribavirin hat eine gewisse Wirksamkeit.


Vorsorge


Impfstoffe gegen das hämorrhagische Fieber sind noch im Entwicklungsstadium. Teilweise gibt es schon erfolgreiche Tests im Tierversuch. Nur ein Impfstoff gegen das Juninvirus (Argentinisches hämorrhagisches Fieber) ist in Argentinien zugelassen. Weitere Zulassungen zu anderen Erregerstämmen in anderen Ländern gibt es nicht.
Vorbeugen kann man dem gefährlichen Fieber am besten - je nach Übertragungsart - durch das Einhalten von hygienischen Grundregeln oder durch Insektenschutz.


Differenzialdiagnose


Differenzialdiagnostisch kommen die folgenden Erkrankungen in Frage: verschiedene Sepsisformen, Leptospirose, Malaria tropica, Rickettsiosen, Typhus und bakterielle Ruhr. Diese Erkrankungen, die auch mit Blutungen und Fieber einhergehen, sind häufig in Regionen, in denen das hämorrhagische Fieber verbreitet ist. Daher wird es oft erst dann erkannt, wenn es bereits Folgeinfektionen gibt.

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