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Typhus

Beschreibung

Schwere bakterielle Infektion mit Typhusbakterien (Salmonella typhi), die durch verseuchtes Trinkwasser und Nahrungsmittel übertragen wird.

Die Erkrankung beginnt mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber, Komplikationen sind eine Hirnhautentzündung oder Perforation des Darms. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Risikogebiete sind Südamerika, Afrika und Südostasien - besonders betroffen sind dabei Reisen unter einfachen Reisebedingungen (>> Ihr Reiseziel).

Erreger

Typhusbakterien an denen ausschließlich Menschen erkranken. Ähnlich verlaufen Paratyphus und Abdominaltyphus, die durch andere Salmonella-Spezies verursacht werden und sowohl Tiere als auch Menschen befallen können.

Infektionsweg

Durch den Verzehr verunreinigter Nahrungsmittel oder Wasser wird die Infektion übertragen. Gelegentlich kommt es auch zu direkten fäkal-oralen Übertragungen. Dabei stellen inbesondere Schalentiere aus abwasserverseuchten Gebieten eine häufige Infektionsquelle dar. Auch der Verzehr von Gemüse und rohen Früchten, die mit Fäkalien gedüngt wurden, kann zu einer Infektion führen ebenso wie Milch und Milchprodukte, die durch den Kontakt mit den genannten pflanzlichen Produkten kontaminiert wurden. Auch Fliegen können die Erreger auf Lebensmittel übertragen, was zur Infektion eines Menschen ausreicht. Wenn eine große Anzahl von Menschen die selbe Trinkwasserquelle nutzt, kann die Verschmutzung von Wasserquellen auch zu sog. Typhusepidemien führen.

Inkubation & Verlauf

2 - 21 Tage, in der Regel 10 - 14 Tage

Es handelt sich um eine systemische Krankheit unterschiedlichen Schweregrades. Schwere Verläufe sind gekennzeichnet durch allmählichen Fieberanstieg, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Appetit- und Schlaflosigkeit. Bei Erwachsenen und größeren Kindern kommt es häufiger zu Verstopfung als zu Durchfall. Unbehandelt führt die Krankheit zu anhaltendem Fieber, Bradykardie, Hepatosplenomegalie, abdominalen Symptomen und, in einigen Fällen, zu Pneumonie.

Bei hellhäutigen Personen kommt es in 50 Prozent der Fälle zu blaßroten Punkten (Papeln) auf der Haut des Rumpfes, die auf Druck verschwinden. In der dritten Woche entwickeln sich bei unbehandelten Fällen zusätzlich gastrointestinale und andere Komplikationen, die zum Tode führen können.

Zwei bis fünf Prozent der Typhuspatienten werden zu chronischen Krankheitsträgern, da die Bakterien auch nach Verschwinden der Symptome in den Gallengängen persistieren.

 Verbreitung

Typhus kommt weltweit vor. Die Krankheit kommt am häufigsten unter schlechten Hygienebedingungen bei Nahrungsverarbeitung und -behandlung vor, sowie an Orten, wo es keine geeignete Abwasserbehandlung gibt.

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Typhus Verbreitung

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Typhus 

Impfung

Eine Impfung ist mittels Schluckimpfung oder Injektion möglich. Bei der Schluckimpfung sind drei Kapseln am ersten, dritten und fünften Tag einzunehmen, eine parallele Antibiotikatherapie oder auch Malariaprophylaxe macht die Schluckimpfung wirkungslos. Der Schutz besteht für ca. ein Jahr bei einer Ansprechrate von ungefähr 40-65%. Der Injektionsimpfstoff wird einmalig gegeben, die Ansprechrate liegt bei ca. 55-75%, die Wirksamkeit wird mit 2-3 Jahren angegeben. Neben dem Impfschutz ist in den betroffenen Ländern (>> Ihr Reiseziel) auf eine gute Lebensmittel- und Wasserhygiene zu achten (Wasserdesinfektion, Reinigungsmittel u.a. sind erhältlich im >> Shop TropenFit.de).

Impfstoff

Orale Ty21a-Impfung:
Dieser abgeschwächte Lebendimpfstoff der Salmonella typhi Ty21a-Mutante ist flüssig oder als magensaftresistente Kapsel erhältlich und wird oral verabreicht.

Injizierbare Vi-Polysaccharid-Impfung:
Die Vi-Polysaccharid-Impfung wird intramuskulär (i.m.) in einer einzigen Dosis verabreicht.

Anwendung

Orale Ty21a-Impfung:
Die Lebendimpfstoff wird oral in drei Dosen (in den USA vier) mit jeweils zwei Tagen Abstand verabreicht.

Injizierbare Vi-Polysaccharid-Impfung:
Die Vi-Polysaccharid-Impfung wird in einer einzigen Dosis verabreicht.

Impfschutz

Beide Impfstoffe: Impfschutz 60 - 80%, Beginn 7 - 14 Tage nach der Impfung, Schutzdauer: Schluckimpfung 1 Jahr; Totimpfstoff 3 Jahre

Nebenwirkungen / Gegenanzeige

Eine Woche vor bis eine Woche nach der Impfung mit dem Stamm Ty21a sollten Malariamittel wie Proguanil, Mefloquin und Antibiotika nicht eingenommen werden. Ein Vergleich der Nebenwirkungen der Typhusimpfstoffe zeigt, daß mit dem inaktivierten, intramuskulär (i.m.) zu verabreichenden Ganzkeimimpfstoff mehr systemische Reaktionen (zum Beispiel Fieber) auftreten als nach der Gabe von Ty21a oder Vi-Polysaccharid-Impfstoff. Bei diesen beiden Impfstoffen wurden keine schweren Nebenwirkungen festgestellt. Nebenwirkungen sind bei Injektion Rötung und Schwellung der Einstichstelle und bei Schluck- und Injektionsimpfung Allgemeinsymptome und Magen-Darmbeschwerden.

Aufgrund ungenügender Informationen über die Wirksamkeit bei Kindern unter zwei Jahren werden diese Impfstoffe für Kinder nicht empfohlen.

Passiver Schutz

In Risikogebieten ist besonders bei Lebensmitteln Vorsicht geboten. Hier gilt der Spruch:

 
Frisches Obst und Gemüse sollte man gut abkochen, schälen oder darauf verzichten. Darüber hinaus sollte auch auf nicht abgekochtes Trinkwasser und Eiswürfel verzichtet werden.

Detaillierte Infos siehe auch >> weiter

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Autor

12.01.2017, Dr. med. Andrea Gontard (AG), Fachärztin für Allgemeinmedizin

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