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FSME - FAQs

FSME
FSME ist nach Borreliose die zweithäufigste von Zecken übertragene Krankheit. In Deutschland erkranken jährlich knapp 300 Menschen. Im Unterschied zur Borreliose, die mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt es gegen FSME bisher keine wirksame Therapie. Allerdings kann man sich durch eine Impfung sehr gut gegen FSME schützen.

Hier erhalten Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu FSME:

 

 Was ist FSME?

FSME ist eine Viruserkrankung, die durch infizierte Zecken beim Blutsaugen weitergegeben wird. Das Virus gehört zur Gruppe der Flavi-Viren und ist somit verwandt mit den Erregern von Dengue- und Gelbfieber. Die Krankheit heilt zwar in den meisten Fällen folgenlos aus -  bei etwa 10 Prozent der Erkrankten befällt das Virus allerdings das zentrale Nervensystem und kann bleibende Schäden hinterlassen. FSME ist meldepflichtig. 

 

 Wie wird FSME übertragen?

Das Virus wird von infizierten Zecken beim Blutsaugen über den Speichel übertragen. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung hängt - anders als bei der Borreliose ? nicht davon ab, wie lange die Zecke saugen konnte. In Deutschland sind ca. 0,5 bis 5 Prozent der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert.

 

 Wo besteht Gefahr, sich mit FSME zu infizieren?

Innerhalb Deutschlands gibt es ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Während in Norddeutschland kaum FSME-Fälle vorkommen, gelten Bayern und Baden-Württemberg als Risikogebiete. Auch Südhessen, Thüringen und Teile von Rheinland-Pfalz sind betroffen. Außerhalb Deutschlands kommt FSME in Österreich und der Schweiz vor, in Skandinavien, den baltischen Staaten und vielen osteuropäischen Ländern.

Das Infektionsrisiko steigt in den warmen Monaten (April bis September), wenn die Zecken besonders aktiv sind. Die kleinen Blutsauger lauern vor allem im höheren Gras, auf Farnen, Sträuchern, Büschen und Hecken. Anstecken kann man sich in der freien Natur genauso wie im heimischen Garten.

weitere Infos zur Ausbreitung: FSME

 

 Welche Symptome treten nach einer Infektion auf?

Die Krankheit kann in zwei Phasen verlaufen. Etwa 70 Prozent der Infizierten bemerken allerdings überhaupt keine Anzeichen einer Krankheit.

Stadium 1:
Ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich können grippeähnliche Beschwerden auftreten:  Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und leichtes Fieber. Danach ist die Krankheit meist überstanden.

Stadium 2:
Bei etwa 10 Prozent der Infizierten greift das Virus nach einem fieberfreien Intervall von ein bis drei Wochen das zentrale Nervensystem an. In dieser zweiten Phase erkrankt der Infizierte dann an einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Symptome sind hohes Fieber, Erbrechen, starke Kopfschmerzen und ein steifer Nacken. Kommt zur Hirnhautentzündung noch eine Hirnentzündung (Meningoenzephalitis) hinzu, können auch Lähmungen, Sprachstörungen, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auftreten.

Bei einer schweren Form von FSME, die vorwiegend bei älteren Patienten auftritt, kann sich zusätzlich eine Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) entwickeln. In diesen Fällen besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen. Es kommt zu Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen, die oft erst Monate nach der Erkrankung auftreten. Bei ca. 0,5 % der Infizierten führt die FSME-Erkrankung zum Tod.

 

 Wie kann ich mich vor FSME schützen?

Sich vor einer Ansteckung mit FSME zu schützen, ist deshalb besonders wichtig, weil es keine Medikamente gibt, die das Virus bekämpfen.

Impfung

Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung allen Personen, die in Risikogebieten wohnen oder dort Urlaub machen und sich in der Natur aufhalten. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Für eine Grundimmunisierung gegen FSME sind drei Impfungen nötig: Die ersten beiden im Abstand von vier bis zwölf Wochen, und dann nach neun bis zwölf Monaten eine dritte Impfung. Eine Auffrischung der Impfung sollte alle drei bis fünf Jahren erfolgen, um einen sicheren Schutz aufrecht zu erhalten.

Weitere Infos zur FSME-Impfung und Nebenwirkungen: FSME

Zeckenstiche vermeiden

  • Zecken lauern im hohen Gras, auf Farnen oder im Gebüsch auf ihre Opfer. Tragen Sie bei Aufenthalten in der Natur möglichst langärmelige Hemden, lange Hosen, Socken und feste Schuhe, damit bieten Sie der Zecke weniger Angriffsfläche. Auf heller Kleidung sieht man herumkrabbelnde Zecken außerdem besser und kann sie abschütteln, bevor sie sich festsaugen.

  • Behandeln Sie alle unbedeckten Körperstellen mit einem zeckenabweisenden Repellent. Bedenken Sie, dass die Wirkung nach einigen Stunden nachlässt.

Hinweis

Auch wer gegen FSME geimpft ist, sollte diese Schutzmaßnahmen ergreifen. Denn wesentlich häufiger als FSME übertragen Zecken die Krankheit Borreliose, gegen die es (noch) keine Impfung gibt.

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Autor

21.03.2017, Constanze Eder (CE), Redakteurin für Reise- und Tropenmedizin

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