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Amöbenruhr

Definition

Die Amöbiasis bzw. Amöbenruhr ist eine nicht sehr häufige, aber potenziell lebensbedrohliche Infektionserkrankung. Von dieser Durchfallkrankheit sind Reisende in Länder mit niedrigem Lebensstandard bzw. Tropenrückkehrer betroffen.

Verursacht wird die Amöbenruhr von der Amöbenart Entamoeba histolytica. Sie nistet sich im Dickdarm des Menschen ein, wo sie sich durch Zellteilung stetig vermehrt. Übertragen wird sie in erster Linie durch unhygienische Lebensbedingungen und vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser.

Vorkommen

Die Amöbiasis bedroht mittlerweile den überwiegenden Teil der Weltbevölkerung. Besonders stark verbreitet ist die Durchfallerkrankung in tropischen und subtropischen Regionen wie etwa in Thailand, Kenia, Vietnam, Bangladesch oder Indien. Pro Jahr gibt es schätzungsweise rund 50 Millionen Neuinfektionen. 

Übertragung / Ansteckung

Eine Infektion mit Amöbenruhr kann über kontaminierte Lebensmittel und hier vor allem über kopfgedüngte Salate und Gemüse erfolgen, sowie über Wasser und über Schmierinfektionen. Die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit ist sehr unterschiedlich und reicht von wenigen Tagen über einige Monate bis hin zu mehreren Jahren.

Verlauf

Die Amöbenruhr kann auf drei unterschiedliche Weisen verlaufen. Bei einem symptomlosen Verlauf spürt der Erkrankte von der Infektion überhaupt nichts. Der Patient, der die Erreger in seinem Verdauungstrakt beherbergt und auch ausscheidet, kann aber Überträger der Infektion sein. Bei der invasiven Amöbenruhr befallen die Erreger den Verdauungstrakt des Menschen und führen dort zur Bildung von Geschwüren und Abszessen. Bei der fortgeschrittenen Form der Amöbenruhr, der sogenannten extraintestinalen Amöbiasis, setzen die Krankheitserreger zusätzlich den Organen außerhalb des Verdauungstrakts zu ? etwa der Leber, der Milz, dem Herzen oder den Harnwegen.

Wird eine Amöbiasis frühzeitig erkannt und fachgerecht behandelt, ist sie meist ungefährlich. Wird das versäumt, kann es auch zu schwerwiegenden bis tödlichen Komplikationen kommen wie Leberabszessen oder Entzündungen der Darmschleimhaut und des Bauchfells bis hin zum Darmdurchbruch. Die WHO schätzt, dass pro Jahr rund 100.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung sterben.

Diagnose

Typische Symptome einer Amöbenruhr sind Bauch- und Magenkrämpfe, Fieber, Durchfall und Blut im Stuhl. Feststellen lassen sich die Erreger durch die Untersuchung von Blut- und Stuhlproben. Mitunter liefern auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums oder eine Darmspiegelung wertvolle Hinweise.

Behandlung

Wird der Befall mit Amöben rechtzeitig erkannt, lassen sich die Erreger meist gut mit Antibiotika behandeln. Kommt es durch die Infektion zu Abszessen und Infektionen in verschiedenen Organen ist die Behandlung oft weit langwieriger. Treten massiv Abszesse auf, ist mitunter auch eine operative Behandlung nötig.

Vorsorge

Der Amöbenruhr beugt man am besten vor, indem man in gefährdeten tropischen und subtropischen Gebieten kein offenes Wasser oder Leitungswasser trinkt. Die Chlorierung des Wassers bietet keinen Schutz. Auch für das Zähneputzen sollte man nur hygienisch abgefülltes Mineralwasser verwenden. Rohes Gemüse und Obst sollte man selbst schälen. Starke Bauchschmerzen oder Durchfall muss sofort ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

Differenzialdiagnose

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa kann ähnliche oder übereinstimmende Symptome der Amöbenruhr zeigen. Auch bakterielle Leberabszesse können sich in ähnlicher Weise bemerkbar machen. Durch die steigende Zahl von aus dem Ausland mitgebrachten Amöbiasis-Infektionen ist die Abgrenzung zu diesen und anderen ähnlich verlaufenden Erkrankungen schwieriger geworden.

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