Europa: Studie zu resistenten Tigermücken
Meldung vom: 26.01.2026
Studie zur Ausbreitung resistenter Tigermücken in Europa
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Mit der weltweiten Ausbreitung der Mückenart "Aedes albopictus", die sog. asiatische Tigermücke, steigt die Zahl autochthoner (lokaler) Fälle von Arbovirus-Erkrankungen wie Denguefieber oder Chikungunya. Davon ist auch Europa betroffen. So hat sich die asiatische Tigermücke in den folgenden europäischen Ländern nachweislich verbreitet:
- Belgien
- Bulgarien
- Deutschland
- Frankreich
- Griechenland
- Italien
- Kroatien
- Liechtenstein
- Malta
- Niederlanden
- Österreich
- Portugal
- Rumänien
- Schweden
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien
- Tschechien
- Ungarn
- Zypern
In Italien wurden bereits in den Jahren 2007 und 2017 zwei Chikungunya-Ausbrüche mit rund 700 Erkrankten gemeldet. Im Jahr 2025 wurden in Italien bereits über 450 Chikungunyafälle beobachtet. Auch das Dengue-Virus verbreitet sich im Mittelmeerraum aus. Dengue-Ausbrüche wurden in den letzten Jahren in den folgenden EU-Ländern beobachtet:
- Italien
- Kroatien
- Frankreich
- Spanien
Die Bekämpfung der Mückenpopulation und Larven ist entscheidend für die Eindämmung der Arbovirus-Übertragung. Die einzigen zur Bekämpfung von Stechmücken zugelassenen Insektizide in Europa sind Pyrethroide (Nervengifte mit Knock-down-Effekt bei Insekten und Parasiten). Trotz verschiedener Berichte über die zunehmende Resistenzen gegen Pyrethroide in Moskitopopulationen, mangelt es jedoch an Informationen zum exakten Pyrethroid-Resistenzstatus der Moskitos, deren genauen Verbreitung sowie an Kenntnissen über Resistenzmechanismen. Bekannt ist bislang, dass die Resistenzen auf Mutationen im Erbgut der Stechmücken zurückgehen, wodurch die Wirkung der Insektizide an Natriumkanälen ihrer Zellen blockiert wird. Solche Knockdown-Resistenz-Mutationen sind zum Beispiel I1532T und F1534C.
Im Rahmen einer Studie testeten Wissenschafter gefangene Tigermücken im ganzen europäischen Raum: Von Portugal im äußersten Westen bis nach Georgien am Schwarzen Meer. Für die Untersuchung wurden zwischen August 2015 und Oktober 2022 Proben von Moskitoeiern, Larven und Exemplaren der Art "Aedes albopictus" in 54 Gemeinden in 19 europäischen Ländern und Regionen gesammelt. Die Genomuntersuchung erfolgte dann in Lissabon und in Rom.
Die Ergebnisse sprechen für ein aktuell noch relativ seltenes Vorkommen von Pyrethroid-resistenten Tigermücken über ganz Europa. Es gibt jedoch Länder mit deutlich stärkerem Vorkommen: Das kdr-Merkmal 1534C wurde an neun Standorten in den folgenden sechs Ländern mit Häufigkeiten zwischen 1,5 Prozent und 84 Prozent gefunden:
- Albanien
- Zypern
- Georgien
- Griechenland
- Rumänien
- Spanien
Am häufigsten wurden problematische Mutationen in Zypern und in Griechenland registriert. Aus den Insekten-Untersuchungen in Limassol wurde kein nicht mutiertes Genmaterial identifiziert. In Griechenland wurde die 1534C-Mutation an drei von vier Probestellen mit Häufigkeiten von zehn Prozent (Kavala), 12,5 Prozent (Chania) und 45 Prozent (Athen) nachgewiesen.
Auch das zweite Pyrethroid-Resistenzgen, wurde bei den in Europa untersuchten Aedes albopictus-Exemplaren gefunden. Insgesamt trugen 26 Proben von elf Standorten in den folgenden sieben Ländern das Merkmal 1532T:
- Albanien
- Frankreich
- Griechenland
- Italien
- Rumänien
- Spanien
- Türkei
An zwei Standorten (Griechenland: Athen; Albanien: Durres) wurden beide Mutationen (F1534C und I1532T) nachgewiesen. Schließlich gab es auch Fälle, in denen das Resistenzgen 1016G festgestellt wurde.
Obwohl die Ausbreitung der Pyrethroid-Resistenz unsere Möglichkeiten einschränkt, die Übertragung von Arboviren durch Aedes albopictus schnell und effektiv zu unterbrechen, ist über das Ausmaß dieses Problems in Europa weiterhin wenig bekannt. Zwar schienen die gesuchten Knockdown-Mutationen, welche die Resistenzen vermitteln, noch selten zu sein (im Gesamtdurchschnitt rund fünf Prozent). Es gebe aber bereits Hotspots in Europa und man kann davon ausgehen, dass sich diese weiter verbreiten werden.
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>> Quelle: link.springer.com, Dezember 2025.
>> weitere Informationen zu Chikunungya
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