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Chagas Krankheit

Englische BezeichnungChagas Krankheit

Chagas disease

Definition

Die Infektion wird durch nachtaktive, blutsaugende Raubwanzen übertragen. Während des Blutsaugens scheiden die infizierten Wanzen Trypanosomen aus, die Bindehaut, Schleimhäute, Abschürfungen und Hautverletzungen einschließlich der Bißwunde kontaminieren können. Zahlreiche Haus- und Wildtiere, darunter Gürteltiere, Waschbären, Hunden, Katzen, Ratten und Opossums dienen als natürliche Wirte für den Parasiten. Auch der infizierte Mensch ist ein wichtiges Parasitenreservoir. Die Übertragung kann auch durch Bluttransfusion erfolgen, wenn das Blut von einem infizierten Spender stammt. Auch kongenitale Infektionen, verursacht durch Parasiten, die während der Schwangerschaft die Plazenta passieren, sind möglich. Der Erreger, Trypanosoma cruzi, infiziert viele Spezies.

Vorkommen

Amerikanische Trypanosomiasis kommt in Mexiko, Zentral- und Südamerika (im Süden bis Zentralargentinien und Chile) vor. Wanzen als potenzielle Überträger werden hauptsächlich in ländlichen Gegenden gefunden, wo sie in Wänden ärmlicher Behausungen leben. Durch Migration wurden Fälle auch in nicht-endemische Regionen wie die USA und Europa importiert. Die WHO schätzt, dass weltweit etwa 6–7 Millionen Menschen infiziert sind - in Bolivien könnte nach Schätzungen etwa ein Viertel der Bevölkerung betroffen sein.

Übertragung und Verlauf

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Raubwanzen der Gattung Triatoma, die während des Blutsaugens infektiöse Fäkalien absetzen. Weitere Übertragungswege:

  • Transfusion von infiziertem Blut oder Organtransplantationen.
  • Diaplazentare Übertragung von der Mutter auf das Kind.
  • Orale Infektion durch kontaminierte Lebensmittel oder Getränke (z. B. Palmwein)

Bei Erwachsenen verursacht Trypanosoma cruzi eine Erkrankung mit progredienter Herz-, Nerven und Darmschädigung. Es kommt zu Arrhythmien und gastrointestinalen Störungen.

Bei Kindern führt Trypanosoma cruzi zu einer akuten Erkrankung mit chronischen Manifestationen im späteren Leben.

Nach einer Infektion kommt es akut zu Fieber und Atemnot, später kann es durch Befall der Darmmuskulatur zur Darmlähmung und zur Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) kommen. Das chronische Stadium tritt bei circa 10-30 % der akut Erkrankten erst nach einigen Jahren auf. Von der chronischen Chagas-Krankheit werden vor allem das Nervensystem, das Herz und der Darm betroffen. Es können verschiedene neurologische Störungen, die bis zur Demenz gehen können, auftreten. Am Herzen kommt es zu einer Schädigung des Herzmuskels. Am Gastrointestinaltrakt kann es zu einer starken Dilatation (Verbreiterung) des Darmes und der Speiseröhre kommen. Diese Veränderungen resultieren aus der intrazellulären Vermehrung des Parasiten

Inkubation

5–20 Tage nach Übertragung durch Raubwanzen bzw. 30–40 Tage nach Bluttransfusion.

Diagnostik

Erregernachweis in Blutkulturen, Serologie:

  • Mikroskopischer Nachweis von Trypomastigoten im Blut (Dicker Tropfen) während der Akutphase
  • PCR zum Nachweis von T. cruzi-DNA
  • Serologische Tests (ELISA, IFT) zur Diagnose chronischer Infektionen
  • Xenodiagnostik oder Blutkulturen in Speziallaboratorien

Therapie

Die antiparasitäre Therapie ist in der Akutphase am wirksamsten:
Nifurtimox für 60–120 Tage oder Benznidazol für 30–60 Tage. Die Medikamente sind sehr toxisch, daher nur stationär!

Toxische Nebenwirkungen wie Hautausschläge, Neuropathien und gastrointestinale Beschwerden sind häufig.
Zielgerichtete symptomatische Therapie bei chronischen Komplikationen wie Herzinsuffizienz oder Megakolon

Vorsorge

Gefährdet sind

  • Ländliche Bevölkerung in Endemiegebieten
  • Slumbewohner in Mittel- und Südamerika
  • Mitarbeiter von Hilfsorganisationen
  • Reisende mit längerem Aufenthalt in Endemiegebieten (geringes Risiko bei organisierten Reisen)

Keine Impfmöglichkeit, Schutz vor Insektenstichen ist aber ratsam, diese halten sich gern in Mauerritzen und Strohdächern auf. Meiden Sie den Kontakt mit blutsaugenden Wanzen. Haftende Insektizide können zur Behandlung von Häusern benutzt werden. Die Exposition kann auch reduziert werden, indem in Häusern und beim Camping Moskitonetze verwendet werden.

>> Wirkungsvoller Schutz vor Stichen

Meldepflicht

Keine spezifische Meldepflicht gemäß IfSG; jedoch ggf. Meldung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5a IfSG bei bedrohlicher Krankheit.

Wichtigste Differenzialdiagnose

Malaria, Myocarditis (Herzmuskelerkrankung)

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