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Zerkariendermatitis

siehe auch Badedermatitis

Definition

Badedermatitis ist eine ungefährliche Hautkrankheit, die man sich beim Baden in Süßwasser zuziehen kann. Dabei dringen die winzigen Larven von Saugwürmern (Zerkarien) in die Hautoberfläche ein und verursachen einen stark juckenden Hautausschlag. Da Zerkarien sich nur über Enten und Wasserschnecken fortpflanzen können, ist der Mensch eigentlich ein "Fehlwirt". In der Haut des Menschen sterben die Wurmlarven deshalb nach kurzer Zeit ab.

Vorkommen

Badedermatitis ist weltweit verbreitet insbesondere in Mitteleuropa und Nordamerika, von den Tropen bis zur Arktis. Besonders viele Saugwurmlarven tummeln sich in flachen Gewässern, deren Uferbereich stark mit Pflanzen bewachsen ist. Denn hier leben viele Schnecken und Wasservögel, die die Infektion verbreiten. Das Auftreten von Zerkarien sagt nichts über die hygienische Wasserqualität eines Badesees aus. In den letzten Jahren nehmen sie an Häufigkeit zu, was auf veränderte Umweltbedingungen und erhöhte Aktivitäten im Freien zurückzuführen ist. In Deutschland sind sie in den Naturgewässern Bayerns bekannt, während in den letzten Jahren Baggerseen in der Oberrheinischen Tiefebene und der Bodensee betroffen waren. Die Zercarien (Saugwürmer) sind an warmen Tagen besonders aktiv und können durch den Wind in Buchten zusammengetrieben werden.

Ansteckung

Der Entwicklungszyklus der Trichobilharzien umfasst den Hauptwirt (z. B. Ente), Trematoden-Eier im Kot, Mirazidien, Sporozysten im Zwischenwirt (Schlammschnecke), Gabelschwanzcercarien und wiederum den Hauptwirt oder fälschlicherweise den Fehlwirt, z. B. den Menschen.

Kommt die Haut beim Baden mit Wasser in Berührung, in dem viele Saugwürmer leben, können die Larven auf der Suche nach einem Wirt in die Haut eindringen. Sie wandern parallel zur Oberfläche ein paar Millimeter weit, entwickeln sich aber im Menschen nicht weiter und sterben nach wenigen Stunden ab.

Verlauf

Bei einer Erstinfektion merken die meisten Betroffenen kaum etwas vom Zerkarienbefall. Die körpereigenen Abwehrzellen zerstören die Eindringlinge ohne entzündliche Reaktion. Es ist lediglich etwa zehn Minuten nach dem Baden ein leichtes Prickeln zu spüren, gerötete Flecken können auftreten.

Die eigentliche Badedermatitis wird durch eine Sensibilisierung auf die Zerkarien hervorgerufen und tritt nicht beim Erstkontakt auf. Minuten nach der Exposition kommt es zu einem leichten Jucken und Rötung an der Eintrittsstelle. Bei sensibilisierten Personen entwickelt sich innerhalb von 48 Stunden eine stark juckende Dermatitis mit Quaddeln (3-8 mm). Es kann Fieber und ein Schockzustand auftreten. Sekundärinfektionen sind möglich. Normalerweise heilt die Erkrankung innerhalb von 10-20 Tagen aus.

Diagnose

Die Diagnose "Badedermatitis" wird anhand der typischen Symptome gestellt. Angaben über das Baden in Waldweihern, Baggerseen oder Schwimmteichen oder über die Arbeit in überfluteten Reisfeldern erleichtern die Anamnese des Arztes. Eine Blutuntersuchung im Labor kann Aufschluss über mögliche Antikörper gegen Zerkarien geben. Auf eine solche Untersuchung wird aber meist verzichtet, da die Badedermatitis harmlos ist.  

Wichtig ist, die harmlose Badedermatitis gegen eine mögliche Bilharziose-Infektion abzugrenzen. Deshalb sollten Reiserückkehrer aus tropischen oder subtropischen Ländern, bei denen eine Badedermatitis nach Süßwasserkontakt auftritt, sofort den Arzt aufsuchen.

Behandlung / Therapie

Badedermatitis erfordert in der Regel keine Behandlung, da sie nach ein bis zwei Wochen von selbst wieder verschwindet. Die Quaddeln sollten nicht aufgekratzt werden, damit sie sich nicht infizieren. In Ermangelung einer ätiologischen Therapie können lediglich symptomatische Maßnahmen zur Linderung des Juckreizes getroffen werden. Diese bestehen in der Gabe oraler Antihistaminika und lokal eignen sich juckreizdämpfende Salben, Gele oder Lotionen. Bakterielle Sekundärinfektionen müssen gegebenenfalls antibiotisch behandelt werden

Vorsorge

Eine Vorbeugung gegen Badedermatitis ist schwierig, weil die Verbreitung von Zerkarien unabhängig ist von einer einwandfreien Badewasserqualität.

 Folgende Tipps helfen, das Risiko gering zu halten:

  • nicht in stark bewachsenen Uferzonen bei warmem Wetter und Wassertemperaturen von >23 °C baden
  • nicht in Bereichen eines Sees baden, wo viele Enten schwimmen
  • vor dem Schwimmen mit einem wasserfesten Sonnenschutzmittel eincremen
  • nach dem Schwimmen die Haut mit einem Handtuch abrubbeln
  • kühleres, tiefes Wasser gegenüber seichten, warmem Stellen bevorzugen

 

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