Russland: Möglicherweise zweiter Pestfall durch Laborunfall
Meldung vom: 08.10.2026
Verdacht auf Pestunfall im Labor
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Die WHO verfolgt aufmerksam die Medienberichten über den Todesfall eines Laborangestellten am Forschungsinstitut für Pestbekämpfung in Irkutsk (Oblast Irkutsk, Russische Föderation): Die Mitarbeiterin des Labors verstarb am 2. Oktober 2026, nachdem sie wegen einer schweren Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. Erste Medienberichte deuteten auf Lungenpest infolge einer mutmaßlichen versehentlichen Exposition im Labor hin. Den Berichten zufolge zerbrach die Labor-Mitarbeiterin am 25. September bei der Arbeit versehentlich ein Reagenzglas mit dem Pest-Erreger und meldete den Vorfall nicht. Diese Behauptung wurde jedoch von offizieller Seite zurückgewiesen: Eine Sonderkommission habe keinerlei Unfälle mit pathogenen Mikroorganismen am Institut festgestellt.
Die russischen Gesundheitsbehörden teilten mit, dass in dem Labor von Oblast Irkutsk kürzlich kein Pestfall registriert wurde. Weiter informierten die Behörden die WHO darüber, dass eine epidemiologische Untersuchung durchgeführt, Präventions- und Kontrollmaßnahmen eingeleitet sowie die identifizierten Kontaktpersonen unter medizinische Beobachtung gestellt und getestet werden. Es wurde gemeldet, dass bei den Kontaktpersonen keine hochgefährlichen Krankheitserreger nachgewiesen wurden und die medizinische Beobachtung aller identifizierten Kontaktpersonen abgeschlossen sei. Vier Tage nach ihrem Tod lautet die offizielle Ursache jedoch noch immer ‚unbekannten Ursprungs‘ - es wurde bislang keine andere Ursache genannt und auch kein Untersuchungsergebnis veröffentlicht. Diese Unklarheit beunruhigt nun die internationalen Gesundheitsorganisationen.
Möglicher zweiter Pest-Fall und Krankenhäuser unter Quarantäne
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Aktuell liegen zahlreiche Medienberichte über einen zweiten Mitarbeiter des Labors vor, der ebenfalls an einer Lungenentzündung ungeklärter Ursache erkrankt ist. Darüber hinaus sollen Berichten zur Folge drei städtische Krankenhäuser, sowie ein Kinderkrankenhaus und ein Entbindungskrankenhaus in der Region unter Quarantäne stehen. Bis zu 200 Menschen stünden unter Beobachtung.
Die WHO steht hierzu weiterhin in Kontakt mit den russischen Gesundheitsbehörden. Die WHO hat weitere Informationen angefordert, um die Ursache der schweren Lungenentzündung zu klären.
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Pest
Die Pest wird durch ein Bakterium verursacht, das normalerweise durch den Biss eines infizierten Flohs übertragen wird. Eine Infektion kann jedoch auch durch direkten Kontakt mit Gewebe oder Flüssigkeiten infizierter Tiere auftreten - beispielsweise durch Kratzer oder Bisse. Es gibt drei Hauptformen einer Pestinfektion: die Beulenpest, die Lungenpest und die septische Pest.
Die Beulenpest tritt auf, wenn das Bakterium die Lymphknoten einer Person infiziert. Diese Form der Pest ist zunächst nicht leicht von Person zu Person zu übertragen. Sobald sich die Bakterien jedoch über den Blutkreislauf in die Lunge ausbreiten, kann die Lungenpest über Tröpfchen, die die Pestbakterien enthalten, direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Die Symptome der Pest entwickeln sich im Allgemeinen 1-7 Tage nach der Exposition. Alle Formen der Pest verursachen unscheinbare Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und extreme Schwäche. Zu den Symptomen der Beulenpest gehören auch geschwollene, empfindliche und schmerzhafte Lymphknoten. Zu den Symptomen der Lungenpest gehören Lungenentzündung mit Atemnot, Brustschmerzen und Husten.
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>> Quelle: WHO, 07.10.2026
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