Studie: Eindämmung von Krankheiten durch Wolbachia-Mücken
Meldung vom: 23.02.2026
Studie zu Wolbachia-Moskitos in Singpur
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Denguefieber ist ein durch Mücken übertragenes Virus, das jährlich Millionen von Menschen befällt. Die Symptome reichen von grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren Blutungen und Organversagen. Eine groß angelegte Studie im Raum Singapur zeigt nun, dass ein natürlich vorkommendes Bakterium (Wolbachia) die Ausbreitung der Krankheit deutlich reduzieren kann.
Im Rahmen des Projekts "Wolbachia–Singapur" nutzten Forscher das Bakterium "Wolbachia" um krankheitsübertragende Mücken unschädlich zu machen. Im Rahmen der Studie wurden männliche Mücken der Art Aedes aegypti freigesetzt, die Wolbachia in sich tragen. Zwar stechen männliche Mücken keine Menschen, wenn sie sich jedoch mit wilden weiblichen Mücken paaren, denen das Bakterium fehlt, schlüpfen die Eier nicht. Mit der Zeit führt die wiederholte Freisetzung dann zu einem Rückgang der Mückenpopulation.
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Vorgehen
Die Forscher wählten 15 Wohngebiete in Singapur aus und teilten diese zufällig in zwei Gruppen. Dann wurden acht Gebiete zweimal wöchentlich mit sterilen, Wolbachia infizierten männlichen Mücken freigesetzt. Sieben Regionen dienten als Kontrollgruppe ohne Freisetzungen der Mücken. Das Experiment dauerte 24 Monate: Mitte 2022 bis Ende 2024.
Um die Wirkung zu messen, verwendeten die Forscher zwei Methoden. Sie fingen und zählten weibliche Mücken mithilfe spezieller Geräte. Zusätzlich analysierten sie nationale Gesundheitsdatenbanken, um Einwohner zu identifizieren, die ärztliche Hilfe in Anspruch nahmen und positiv auf Dengue getestet wurden.
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Ergebnis: Starker Rückgang der Mückenpopulation und der Krankheitsfälle
In den Gebieten, in denen die Mücken freigesetzt wurden, sank die Anzahl weiblicher Mücken um etwa 77 Prozent – von 0,18 auf 0,041 Mücken pro Falle. Mit dem Rückgang der Mückenpopulation ging ein Rückgang der Dengue-Infektionen einher. Nach sechs Monaten wurden nur noch sechs Prozent der Einwohner in den behandelten Gebieten positiv auf Dengue getestet - verglichen mit 21 Prozent in den Kontrollgebieten.
Insgesamt reduzierte die Freisetzung der Wolbachia-tragenden Mücken das Dengue-Risiko über einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten um etwa 71 bis 72 Prozent.
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Ausblick
Auch wenn herkömmliche Methoden der Mückenbekämpfung, wie die Beseitigung von Brutstätten und der Einsatz von Mückenschutzmitteln, kurzfristig durchaus wirksam sind, führen diese oft nicht zu einer dauerhaften Reduzierung der Dengue-Fälle. Chemische Insektenbekämpfung birgt zudem das Risiko, dass die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, die Artenvielfalt geschädigt oder die Umwelt belastet wird.
Die Wolbachia-Methode wirkt anders: Die Bakterien verhindern die Vermehrung des Dengue-Virus in den Mücken, wodurch diese die Krankheit deutlich weniger verbreiten können.
Die Forscher gehen davon aus, dass diese Methode sowohl die traditionelle Mückenbekämpfung als auch Impfstoffe ergänzen und so die Ausbreitung von Dengue und anderen von Aedes-Mücken übertragenen Krankheiten weiter eindämmen kann.
Weitere Studienergebnisse:
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Dengue
Dengue-Fieber ist in den meisten tropischen oder subtropischen Ländern der Welt verbreitet Reiseziel. Das Dengue-Virus infiziert jedes Jahr fast 400 Millionen Menschen in mehr als 120 Ländern. Das Virus wird durch die Aedes-Mücken verbreitet. Die meisten Personen überleben mit wenigen oder keinen Symptomen, jedoch entwickeln mehr als zwei Millionen Menschen pro Jahr ein gefährliches hämorrhagisches Dengue-Fieber, an dem jedes Jahr mehr als 25.000 Personen sterben.
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Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Reisende ein Insektenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET oder Icaridin verwenden Schutz vor Insektenstichen.
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>> Quelle: nejm.org und nea.gov.sg/, 16.02.2026
>> weitere Informationen zu Singapur
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