Studie: Malaria und Anämierisiko in der Schwangerschaft
Meldung vom: 02.03.2026
Studie: Malaria erhöht das Anämierisiko in der Schwangerschaft
Malaria in der Schwangerschaft ist weiterhin eine der Hauptursachen für mütterliche Anämie in der malariaendemischen Regionen Afrikas. In einer Studie wurden Daten von 12.608 Schwangerschaften aus sieben afrikanischen Ländern erfasst, darunter Hämoglobinkonzentration, Schwangerschaftsstatus, Schwangerschaftswoche und mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) bestätigte Plasmodium-falciparum-Infektionen. Diese Daten wurden in ein schwangerschaftsspezifisches Modell zur Malariaexposition und -immunität integriert und mit aktuellen Karten zur Übertragungsintensität und Fruchtbarkeit verknüpft.
Malaria in der Schwangerschaft und Anämierisiko
Im Jahr 2023 wurden rund 13,1 Millionen Schwangerschaften in malariaendemischen Regionen Afrikas mit Plasmodium falciparum infiziert. Ohne präventive Maßnahmen hätte diese Exposition laut Studie zu 2,41 Millionen Fällen von mittelschwerer oder schwerer Anämie (Hämoglobinwert < 9 g/dl) geführt (95%-Konfidenzintervall: 1,98–3,04 Millionen). Davon wären etwa 600.000 Fälle schwere Anämie (Hämoglobinwert < 7 g/dl) gewesen (408.000–906.000).
Ein kontrafaktisches Szenario mit 2.000 Übertragungen ergab, dass eine 32%ige Reduktion der Malariaexposition während der Schwangerschaft lediglich zu einem Rückgang der intrinsischen Anämiebelastung um 22% führte. Diese geringere Reduktion spiegelt eine Verschiebung der Risikoverteilung wider:
Mit sinkender Übertragung verlagert sich das Risiko von der Konzentration auf Erstgebärende hin zu einer gleichmäßigeren Verteilung über alle Schwangerschaften, da Mehrgebärende weniger schwangerschaftsspezifische Immunität erwerben.
Auswirkungen der präventiven Behandlung
Durch die Kalibrierung des Modells anhand von Daten randomisierter Studien schätzten die Forscher, dass die intermittierende präventive Behandlung von Malaria in der Schwangerschaft mit Sulfadoxin-Pyrimethamin bei der derzeitigen Versorgungslage im Jahr 2023 etwa 1,10 Millionen Fälle von mittelschwerer oder schwerer Anämie (0,72–1,61 Millionen) und 330.000 schwere Fälle (225.000–523.000) verhindert hat.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Gesamtbelastung durch Malaria in der Schwangerschaft zwar deutlich zurückgegangen ist, sie aber nach wie vor erheblich zur mütterlichen Anämie beiträgt. Die reduzierte Immunität bei Mehrgebärenden in Gebieten mit geringerer Malariaübertragung gibt zudem Anlass zur Sorge, dass eine Unterbrechung der Programme zur intermittierenden präventiven Behandlung oder der umfassenderen Malariabekämpfungsmaßnahmen zu einem raschen Wiederauftreten schwerer mütterlicher Anämie führen könnte, was erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Neugeborenem hätte.
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>> Quelle: Nature Health, 2026
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