Brasilien: Krise im Gesundheitssystem durch Dengue und Covid-19

Meldung vom: 25.03.2021

Doppelbelastung des Gesundheitssystems in Brasilien: Dengue und Covid-19

Brasilien ist derzeit mit einer der schlimmsten Krisen des öffentlichen Gesundheitssystems in seiner Geschichte konfrontiert:

Zum einen steigt die Zahl der COVID-19-Fälle im Land unkontrolliert an, zum anderen wird die Überlastung des Gesundheitssystems durch die gleichzeitige Dengue-Epidemie verschärft. Die Auswirkungen der Koexistenz dieser beiden Krankheiten auf die öffentliche Gesundheit stellt sich als äußerst kritisch dar. 

Seit dem ersten Auftreten des Dengue-Fiebers im Jahr 1845 stellt dies für Brasilien jedes Jahr eine große Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Ein Grund dafür ist, dass das Land mit seinem tropischen Klima ein günstiges Umfeld für die Population des Dengue-Vektors Aedes Aegypti bietet. So verzeichnete das Land in den Jahren 2002, 2008 und 2010 aufgrund der klimatischen Bedingungen und der wachsenden Bevölkerungszahl die höchste Dengue-Inzidenz in Südamerika.

Nach dem letzten größeren Dengue-Ausbruch ging die Zahl der Krankheitsfälle zurück bis zum Jahr 2019. Ab da nahmen die Dengue-Fälle erneut zu und überstiegen in einem Jahr sogar 2 Millionen Fälle. Die Inzidenz der Krankheit steigt ab Jahresbeginn aufgrund der Regenzeit und der hohen Temperaturen allmählich an und erreicht im März oder April ihren Höhepunkt.

Neben der Belastung durch die auftretende Dengue-Epidemie ist Brasilien seit vielen Monaten auch stark von der COVID-19-Pandemie betroffen, deren erste Fälle im Februar 2020 gemeldet wurden. So trat die COVID-19-Epidemie kurz vor dem Dengue-Höhepunkt auf - dies führte in den ersten Wochen des Jahres 2020 zu einem gleichzeitigen Ausbruch beider Erkrankungen.

Tatsächlich stieg die Zahl der Dengue-Fälle in Brasilien ab dem 30. Dezember 2019 bis 12. März 2020 um 70% an mit 390.684 Dengue-Fällen gegenüber 229.064 Fällen im Vorjahreszeitraum. Das Auftreten von COVID-19 ist demnach mit einer höheren Dengue-Inzidenz zusammengefallen und Brasilien kämpft nun gleichzeitig gegen zwei der tödlichsten Krankheitserreger - beide mit einer hohen Sterblichkeitsrate.

COVID-19- und Dengue-Infektionen sind schwer voneinander zu unterscheiden, da sie ähnliche klinische Manifestationen aufweisen. Die Tatsache, dass Dengue-Fieber und COVID-19 aufgrund des gemeinsamen klinischen Erscheinungsbilds schwer zu unterscheiden sind und die Tatsache, dass sich beide als Koinfektion darstellen können, kann aktuell zu einer Unterschätzung der Dengue-Infektionen führen. Hinzu kommt, dass die Testkapazitäten in Brasilen sich primär auf die Covid-19 Fälle fokussieren. Die epidemiologische Situation von Arbovirus kann daher viel schwerwiegender sein, als die Daten dies aktuell zeigen.


 Dengue

Dengue-Fieber ist in den meisten tropischen oder subtropischen Ländern der Welt verbreitet  Reiseziel. Das Dengue-Virus infiziert jedes Jahr fast 400 Millionen Menschen in mehr als 120 Ländern. Das Virus wird durch die Aedes-Mücken verbreitet. Die meisten Personen überleben mit wenigen oder keinen Symptomen, jedoch entwickeln mehr als zwei Millionen Menschen pro Jahr ein gefährliches hämorrhagisches Dengue-Fieber, an dem jedes Jahr mehr als 25.000 Personen sterben.

Dengue Virus Übertragung


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 Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Reisende ein Insektenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET oder Icaridin verwenden  Schutz vor Insektenstichen.

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>> Quelle: onlinelibrary.wiley.com, 23.03.2021

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