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Schistosomiasis

Englische BezeichnungBilharziose

Bilharziasis, Schistosomiasis
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Definition

Die Infektion wird im Süßwasser durch die darin befindlichen Schistosomenlarven (Zerkarien) übertragen, die sich in Schnecken entwickeln. Die frei schwimmenden Larven durchdringen die Haut von schwimmenden oder watenden Personen. Schnecken infizieren sich über die in menschlichem Urin oder Fäkalien ausgeschiedenen Eier. Erreger sind Saugwürmer verschiedener Spezies (Trematoden), wichtigste Vertreter: Schistosoma mansoni, S. japonicum und S. hämatobium. Nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Erwachsene Würmer können über mehrere Jahre hinweg Eier ausscheiden

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Vorkommen & Risiko

Schistosomen sind durch ihren Fortpflanzungszyklus auf langsam fließende oder stehende Gewässer in warmen Gebieten angewiesen, in denen sich die Zwischenwirte – Süßwasserschnecken – halten können. In Endemiegebieten können unter Jugendlichen Durchseuchungsraten von über 50 % auftreten. Das Verbreitungsgebiet nimmt global immer noch zu, vor allem durch den Neubau von Staudämmen und Bewässerungsanlagen.

- S. haematobium: Afrika, Mittlerer Osten
- S. mansoni: Afrika, Arabische Halbinsel, Südamerika, Karibik
- S. intercalatum: Westafrika
- S. japonicum: China, Philippinen, in Teilen Indonesiens, Südostasien
- S. mekongi: Lokale Herde in Laos, Kambodscha, Thailand.

In Europa wurden in den letzten Jahren autochthone Fälle von Schistosomiasis gemeldet – insbesondere entlang der Flüsse Cavu und Solenzara auf Korsika (Frankreich). Dies zeigt eine mögliche Etablierung von Übertragungszyklen in nicht-endemischen Regionen.
Neuerkrankungen werden.

Gefährdet sind vor allem Reisende in Endemiegebiete mit Süßwasserexposition (z. B. Baden oder Schwimmen in Flüssen und Seen). Besonders betroffen sind Regionen wie Afrika südlich der Sahara sowie Teile Südamerikas und Südostasiens. In Deutschland treten jährlich etwa 200 importierte Fälle auf; über 90 % der Infektionen werden aus Afrika eingeschleppt. Häufige Infektionsgebiete sind die Volta- und Nigerzuflüsse sowie das Dogon-Gebiet in Westafrika.

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Verlauf

Der akute Krankheitsverlauf wird als Katayamasyndrom bezeichnet, es kommt zu einer fieberhaften Erkrankung, häufig begleitet von Nesselsucht, Durchfall und auch Atemwegssymptomen. Hiervon wird der chronischer Krankheitszustand unterschieden, bei dem ausgewachsene Egel viele Jahre in den Venen (mesenterial und vesikal) eines Wirtes leben und Eier produzieren, die die Organe schädigen, in denen sie abgelegt werden. Die Symptome hängen von den Zielorganen und den jeweiligen Spezies ab; S. mansoni und S. japonicum verursachen hepatische und intestinale Symptome; S. hämatobium führt zu Blasenfunktionsstörungen und blutigem Urin. Die Larven einiger Schistosomen, die in Vögeln und anderen Tieren vorkommen, können die Haut durchdringen und eine von selbst heilende Dermatitis (Badedermatitis) verursachen. Diese Larven sind nicht fähig, sich im Menschen weiterzuentwickeln.

- S. mansoni, S. japonicum: Bauchschmerzen, Durchfall, Frischblut im Stuhl, Splenomegalie.
- S. haematobium: Terminale Hämaturie, Dysurie und Blasenkalzifikation.

Komplikationen chronischer Infektionen umfassen Symmer's Fibrose der Leber mit portaler Hypertension sowie Harnwegsobstruktion.

In Ägypten ist die Infektion mit S. haematobium mit einem erhöhten Risiko für Blasenkarzinome assoziiert.
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Inkubation

30 - 90 Tage

Akute Krankheitssymptome können 2 bis 6 Wochen nach Exposition auftreten. Die Präpatenzzeit beträgt 5 bis 12 Wochen.

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Diagnostik

Ei-Nachweis in Urin und/oder Stuhl, Immunserologie. Moderne Verfahren wie PCR oder Antigentests gewinnen an Bedeutung.

Für Personen die in Endemiegebieten Süßwasserkontakt hatten wird nach  Rückkehr ein Screening auf Bilharziose empfohlen. Dieses sollte frühestens drei Monate nach dem letzten Kontakt mittels Antikörperserologie aus dem Blut erfolgen. 
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Therapie

z.B. Praziquantel über drei Tage

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Vorsorge

Meiden Sie in Endemiegebieten direkten Kontakt (Schwimmen oder Waten) mit möglicherweise verunreinigtem Süßwasser. Nach einem unbeabsichtigten Kontakt trocknen Sie die Haut gründlich ab, um eine Penetration von Zerkarien zu verhindern. Meiden Sie auch das Trinken von Wasser, das Zerkarien enthalten könnte, sowie das Waschen und auch das Wäschewaschen. Durch Filtrieren mit einem Papierfilter oder durch den Zusatz von Jod oder Chlor kann man Wasser von Zerkarien befreien oder diese inaktivieren.

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Wichtigste Differenzialdiagnose

Kolitis, Leberzirrhose, Nierentuberkulose

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