China: Coronavirus fordert bereits mehr Tote als SARS

Meldung vom: 10.02.2020

Coronavirus (2019-nCoV)

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 Antworten auf häufig gestellt Fragen finden Sie hier  FAQs

 

Empfehlungen für Reisende und Betroffene

Aktuelle Meldungen aus China

Einreiseverbot und Einschränkungen im Luftverkehr und Kreuzfahrten

Karte und Tabelle: Verbreitung des Coronavirus (2019-nCov)

Deutschland: Coronavirus-Fälle (2019-nCoV)

Studien zum Flughafenscreening, Forschungsberichte und RKI Falldefinition

2019 nCov - Inkubationszeit und Sterblichkeitsrate

Videos zu den Coronavirus-Fällen (2019-nCoV)

Links

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  Empfehlungen für Reisende und Rückkehrer

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Reisende

Das Auswärtige Amt sowie das CDC empfehlen, nicht notwendige Reisen nach China zu verschieben.

Reisende nach China - insbesondere in die Ausbruchsgebiete - sollten folgendes beachten:

  • Den Kontakt mit kranken Menschen (Fieber und Atemwegsinfektionen) und Tieren möglichst meiden.

  • Keine Märkte mit Tierprodukten und Großveranstaltungen aufsuchen.

  • Auf gute Hygiene achten - insbesondere auf regelmäßiges Händewaschen.

  • Falls man niesen oder husten muss: Abstand zu Dritten halten, wenn möglich ein Taschentuch benutzen und sich anschließend die Hände waschen.

  • Nur tierische Lebensmittel essen, die zuvor gut erhitzt wurden.

  • Falls Fieber und Anzeichen einer Atemwegsinfektion entwickelt werden, umgehend einen Arzt kontaktieren (zunächst telefonisch) und Reisehistorie mitteilen.
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Reiserückkehrer und Personen mit eventuellem Kontakt zu erkrankten Menschen

Aus China zurückkehrende Reisende und Personen die mit Menschen aus dem Risikogebiet in Kontakt waren, sollten genau darauf achten, ob sie Lungenprobleme oder Fieber bekommen. Bei Verdacht sollte der Arzt bzw. Notdienst zunächst telefonisch kontaktiert werden. Auf diese Weise sollen weitere Infektionen z.B. im Wartebereich der Arztpraxis / im Krankenhaus vermieden werden. 

Kündigen Sie Ihren Praxis- bzw. Krankenhaus-Besuch telefonisch an und schildern Sie, dass Sie in der betroffenen Region waren oder Kontakt mit einer erkrankten Person hatten und entsprechende Symptome (z.B. Fieber, Halsschmerzen oder Atemnot) haben.

Das Virus verbreitet sich über die Tröpfcheninfektion, d.h. beim Husten, Niesen oder Sprechen können Erreger im Speichel / Nasensekret durch die Luft den nächsten Menschen erreichen  Übertragung Infektionskrankheiten.
Daher gilt:

  • Auf gute Hygiene achten - insbesondere auf regelmäßiges Händewaschen.

  • Falls man niesen oder husten muss: Abstand zu Dritten halten, wenn möglich ein Taschentuch benutzen und sich anschließend die Hände waschen.

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  China: Drastische Restriktionen für über 60 Millionen Menschen

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Bislang 40.547 bestätigte Fälle - Experten schätzen die tatsächliche Zahl auf 100.000 Infizierte

Die Zahl der Erkrankungen sowie der Todesfälle steigen weiter an:

Die Gesundheitsbehörden melden nun offiziell 40.547 neuartige Coronavirus-Fälle (2019-nCov), darunter 910 Todesfälle (Stand 10.02.2020).

Damit liegen die Fallzahlen des neuartigen Coronavirus in China bereits deutlich über der Zahl der Infektionen und Todefälle durch den SARS Virus in den Jahren 2002 und 2003 (5.974 Infektionen in China und 349 Todesfälle)

Es wird mit einer weiteren Zunahme an Infizierten gerechnet: Der Höhepunkt der Epedemie steht noch bevor und wird von Experten in ca. 2 Wochen erwartet.

Prof. Neil Ferguson, Experte für öffentliche Gesundheit am Imperial College, geht davon aus, dass ca. 100.000 Personen von dem Virus betroffen sind.
Die Schätzung schwankt zwischen 30.000 und 200.000 Fällen - mit hoher Wahrscheinlichkeit sind es jedoch zehntausende Fälle   theguardian.com, 27.01.2020.

Der Erreger ist inzwischen in jeder Provinz oder Region Chinas aufgetaucht.
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Abschottung der Provinz Hubei - 56 Millionen Menschen unter Quarantäne

Um eine weitere Ausbreitung der Lungenkrankheit zu vermeiden, stoppt China den Verkehr per Bus- U-Bahn, Zug, Flugzeug und Fähren in weiteren Städten der zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch die am stärksten betroffene Stadt Wuhan liegt. Darüber hinaus wurden auch zahlreiche öffentliche Einrichtungen geschlossen und Ausfallstraßen gesperrt.

Ab Sonntag, dem 26.01.2020 ist auch der Autoverkehr in der 11-Millionen-Metropole weitgehend gestoppt. Lediglich Autos mit Sondergenehmigung und Versorgungstransporte sind zugelassen.

Die chinesische Gesundheitskommission teilte mit, dass Personen die Wuhan verlassen wollen sich erst im Gesundheitszentrum registrieren müssen und dann nach 14-tägiger Quarantäne die Stadt verlassen dürfen.

Alle Visa- und Passdienste sind für chinesische Bürger bis zum 30. Januar ausgesetzt.

In der Öffentlichkeit müssen Schutzmasken getragen werden. Betroffen sind nun auch die Städte Xiaogan, Hunaggang, Lichuan, Dangyang und Jingzhou.

Mit dieser strikten Bewegungsbeschränkung sind rund 56 Millionen Menschen in der Provinz Hubei praktisch abgeschottet worden.

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Weitere Millionenmetropole isoliert

Seit Ausbruch des Coronavirus wurde nun erstmals eine Stadt außerhalb der schwer betroffenen Provinz Hubei unter Quarantäne gestellt: Die Millionenmetropole Wenzhou liegt mehr als 800 Kilometer östlich vom Ursprungsort der Epidemie (Wuhan / Provinz Hubei).

Der öffentliche Nahverkehr wurde stillgelegt, der Überlandverkehr mit Bussen in andere Regionen gestoppt. Die Zufahrtsstraßen zu der Metropole wurden für den normalen Straßenverkehr gesperrt. Ausnahmen gelten nur für die medizinische Versorgung und die Bekämpfung der Seuche. Kindergärten, Schulen und Universitäten bleiben geschlossen.

Die neun Millionen Einwohner der Stadt Wenzhou sollen grundsätzlich nicht mehr das Haus oder ihre Wohnung verlassen. Jede Familie darf jedoch ein Familienmitglied auswählen, das dann alle zwei Tage zum Einkaufen das Haus oder die Wohnung verlassen darf. 

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Weitere Maßnahmen in China

Innerhalb weniger Wochen sollen in Wuhan neue Krankenhäuser mit ca. 2.300 Betten entstehen, das dann zur Behandlung von Infizierten verwendet werden können.

Die chinesische Gesundheitskommission schickt 1.230 medizinische Fachkräfte nach Wuhan. Davon haben bereits drei von sechs Gruppen ihre Arbeit aufgenommen. Die Volksbefreiungsarmee hat bereits 450 Ärzte und Pfleger nach Wuhan geschickt.

Diese Maßnahmen sind notwendig, nachdem in Krankenhäuser von einem Ansturm von Patienten berichtet wird, so dass Kranke oftmals auch abgewiesen werden müssen. Laut unbestätigten Berichten werden in der Region auch Schutzanzüge sowie Testverfahren für das neuartige Coronavirus knapp.

Landesweit werden Kontrollen und Hygienemaßnahmen im Transportwesen eingeführt. Fiebermessgeräte werden an Bus und Zugbahnhöfen sowie an Flughäfen installiert. Für die Behandlung von Infizierten werden Notfallpläne umgesetzt sowie Vorkehrungen getroffen, wie Infizierte mit dem neuen Virus isoliert und Verdachtsfälle beobachtet werden.

Der Handel mit Wildtieren auf Märkten oder Onlineplattformen wurde in ganz China verboten.

Die Bildungsbehörde der Stadt teilte mit, dass in der chinesischen Finanzmetropole Shanghai alle Schulen bis mindestens Ende Februar geschlossen bleiben.

Nike, Adidas, Apple und Starbucks schließen einen Großteil ihrer Filialen in China für mehrere Wochen. 

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Individual-, Gruppen- und Pauschalreisen sowie Kreuzfahrten innerhalb Chinas gestoppt

Laut einer Mitteilung des chinesischen Reiseverbandes  sind ab Montag in China sämtliche Gruppenreisen verboten. Das gilt für chinesische Staatsangehörige auch für Reisen ins Ausland. Gruppenreisen innerhalb Chinas finden bereits seit Freitag, den 24.01.2020 nicht mehr statt.

Neben Pauschal- / Gruppenreisen werden auch sämtliche Individualreisen chinesischer Staatsbürger verboten.

Die Reedereien Costa, MSC, Royal Caribbean und Dream Cruises haben wegen des Corona-Virus mehrere Kreuzfahrten in China abgesagt.

Der internationale Kreuzfahrt-Verband CLIA hat am Montag mitgeteilt, dass die internationalen Kreuzfahrt-Reedereien künftig keine Passagiere oder Besatzungsmitglieder mehr an Bord nehmen, die in den vergangenen 14 Tagen auf dem chinesischen Festland unterwegs waren. 

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Mongolei und Russland schließt Grenze zu China

Ab Wochenbeginn werden alle Grenzübergänge für Fahrzeuge und Fußgänger zwischen China und der Mongolei geschlossen. Auf diese Weise soll die Einschleppung des Virus vermieden werden. Dies berichtet die mongolische Nachrichtenagentur Montsame. Die Mongolei ist dünn besiedelt und hat rund 3,2 Millionen Einwohner.

Russland hat die Schließung zahlreicher Grenzposten zu China angeordnet. Das Außenministerium teilte mit, dass Russland als Reaktion auf den Ausbruch des Coronavirus auch keine elektronischen Visa mehr für chinesische Staatsbürger ausstellen wird. Auch die Zugverbindungen zwischen China und Russland werden eingeschränkt. Lediglich zwischen Peking und Moskau werden noch Züge verkehren.  

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Peking, Hongkong, Macau und chinesische Mauer

In Peking und Hongkong wurden die geplanten Feierlichkeiten zum Neujahrstag abgesagt sowie verschiedene Touristenattraktionen und Vergnügunsparks gesperrt, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

In Hongkong bleiben die Schulen bis zum 17. Februar geschlossen. Auch in Peking bleiben die Schulen, Universitäten und Kindergärten vorerst geschlossen.

Hongkong schließt seine Grenze für Chinesen aus der Volksrepublik: Die Zug- und Fährverbindungen werden gestoppt, zehn von 13 Grenzübergängen nach Festlandchina werden geschlossen.
Geöffnet bleiben nur der Flughafen, die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke sowie die Shenzhen-Bay-Brücke. Jeder Besucher vom chinesischen Festland wird für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt.

Teile der chinesischen Mauer wurden gesperrt und Großveranstaltungen abgesagt.

Der Super-Cup der chinesischen Fußballvereinigung (CFA) am 5. Februar wurde bereits abgesagt.

Die Metropolen Peking und Shanghai sowie wie mehrere weitere Provinzen haben Busse mit Überlandverbindungen gestoppt, um die weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden.

Auch in der Hauptstadt Peking wurde nun erstmals ein Todesfall durch die Lungenkrankheit  registriert.

Der VW Konzern hat beschlossen, seine 3.500 Mitarbeiter in Peking für zwei Wochen von zuhause aus arbeiten zu lassen.

Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Macau hat wegen der Ausbreitung des neuartigen Virus angekündigt, ihre Casinos für zwei Wochen zu schließen.

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Einreiseverbot und Einschränkungen im Luftverkehr sowie bei Kreuzfahrten

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Einreiseverbot wegen Ansteckungsgefahr

Die USA, Australien, Neuseeland, Indonesien und Südkorea reagieren auf die Ausbreitung des Virus mit Einreisesperren. Ausländische Reisende aus China werden wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr ins Land gelassen.

Betroffene informieren sich bitte auf den Seiten der jeweiligen Länder über die genauen Stichtage und die aktuellen Entwicklungen. 

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Immer mehr Fluggesellschaften streichen Flüge nach China

Die Deutsche Lufthansa streicht alle Flüge von und nach China. Diese Vorsichtsmaßnahme gilt vorerst bis Ende Februar. Die Buchungsannahme für China ist bis Ende Februar geschlossen. Diese Maßnahme betrifft auch die Swiss und Austrian Airlines. Hongkong wird weiterhin angeflogen. Die Crews der Lufthansa, die sich zur Zeit in China befinden, werden zurückgeholt.

Die Airline British Airways stellt die Buchung von direkten Flügen von London nach China mit sofortiger Wirkung ein. Auch die Flüge von China nach London werden ausgesetzt.

United Airlines und American Airline haben vorerst Flüge von den USA nach Peking, Hongkong und Shanghai zwischen dem 1. und dem 8. Februar gestrichen.

Indonesien wird ab Mittwoch die Flüge vom und zum chinesischen Festland einstellen.

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific aus Hongkong, will wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus alle Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub schicken. Die rund 27.000 Angestellten würden gebeten, bis zu drei Wochen zu Hause zu bleiben.

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Internationale Kreuzfahrt-Reedereien nehmen Passagier nach China-Reise nicht mehr auf

Der internationale Kreuzfahrt-Verband CLIA hat am Montag (03.02) mitgeteilt, dass die internationalen Kreuzfahrt-Reedereien künftig keine Passagiere oder Besatzungsmitglieder mehr an Bord nehmen, die in den vergangenen 14 Tagen auf dem chinesischen Festland unterwegs waren. 

Ein Kreuzfahrtschiff ist am Montag nach seiner Ankunft im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellt worden. Ein Passagier, der die „Diamond Princess" bereits zuvor verlassen hatte, war positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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  Karte und Tabelle: Verbreitung des Coronavirus in Asien

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 Online-Karte mit Real-Time-Daten zur Verbreitung
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Coronavirus Karte Verbreitung

Quelle:  Washington Post, 06.02.2020

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 Excel-Liste zur weltweiten Verbreitung des Coronavirus (2019-nCov)

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Deutschland: Coronavirus-Fälle (2019-nCoV)

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Außerhalb Chinas sind mittlerweile in mindestens 24 anderen Ländern Fälle aufgetreten, darunter Thailand, Vietnam, Großbritannien, Finnland, Italien, Macao, USA, Frankreich, Singapur, Taiwan, Korea, Japan und Australien.

Im Folgenden die wichtigsten Meldungen aus Deutschland - hier gibt es aktuell zwölf bestätigte Coronavirus Fälle:

In Deutschland werden insgesamt vierzehn Coronavirus-Fälle gemeldet.

Am 27.01.2020 ist auch in Deutschland erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums München teilte mit, dass ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern sich mit dem neuartigen Virus infiziert hat. Nach ersten Ermittlungen der Behörden hat sich der Mitarbeiter der Firma Webasto / Stockdorf bei einer chinesischen Kollegin während einer Fortbildung angesteckt. Die Chinesin stammt nicht aus Wuhan, sondern aus Shanghai, hat sich aber vermutlich bei Verwandten aus Wuhan angesteckt. Sie war Mitte Januar einige Tage zu Gast in Stockdorf als Seminarleiterin für eine Fortbildung.

Die Chinesin, die das Coronavirus nach Deutschland importierte, hat die Symptome der Krankheit erst auf dem Heimflug nach China, am 23. Januar, gezeigt. Der Mitarbeiter wurde demnach bereits während der Inkubationszeit von der Chinesin angesteckt, ohne dass diese bereits Symptome gezeigt hat.

Die Übertragung vor dem eigentlich Ausbruch der Krankheit erschwert erheblich die weltweite Eindämmung des Virus.

Das bayerische Gesundheitsministerium hat einen weiteren Coronavirus-Fall in Bayern bestätigt. Es handele sich um die Frau eines Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto, teilte ein Ministeriumssprecher in München mit. Kurz zuvor war bereits bekannt geworden, dass ein weiteres Kind eines Webasto-Angestellten aus dem bayerischen Landkreis Traunstein an dem Coronavirus erkrankt ist.

Zwei Rückkehrer aus Wuhan mit dem Coronavirus infiziert

Die meisten der 124 Personen, die am 01.Februar aus Wuhan ausgeflogen wurden, sind mittlerweile in einer Quarantänestation in Rheinland-Pfalz untergebracht. Bundesgesundheitsminister Spahn hat bestätigt, dass sich zwei der mit dem Bundeswehr-Flugzeug zurückgekehrten Passagiere aus China / Wuhan mit dem Coronavirus infiziert haben und positiv getestet wurden. .

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  Forschungsbericht und RKI-Falldefinition

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London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) - Screening am Flughafen - nur 9 von 100 Fällen werden erkannt

Am 30. Januar 2020 veröffentlichte die London School of Hygiene & Tropical Medicine (LSHTM) ein Modell, in dem aufgezeigt wird, dass das thermische Scannen an Flughäfen möglicherweise nicht sehr effektiv ist, um Passagiere zu identifizieren, die mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV infiziert sind:

Nach dem Modell werden von 100 mit dem Virus infizierten Reisenden lediglich 9 Passagiere nach einem Langstreckenflug beim Eingangsscreening (Fiebermessung) erkannt.

Zurückzuführen ist dies auf die relativ lange Inkubationszeit (bis zu 14 Tage) und den teilweise symptomlosen Verlauf der Infektion. 

Die Genauigkeit dieses Modells hängt von der Inkubationszeit, der Empfindlichkeit des Aus- und Einstiegs-Screenings und dem Anteil der asymptomatischen Fälle ab.

Die Forscher betonen, dass die Eingangskontrolle für Flüge aus betroffenen Gebieten durchaus eine sinnvolle Maßnahme darstellt, das thermische Screening kann jedoch bei weitem nicht jeden Reisenden mit diesem Virus detektieren.

Das LSHTM-Team hat ein interaktives Tool entwickelt, mit dem die Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt selbst testen können, wie effektiv die Installation von Thermoscannern an Flughäfen ist.

 Simulationstool und Studie der LSHTM, 31.01.2020

University of Chicago - Screening am Flughafen - nur 10 bis 33% der Infizierten werden erkannt

Eine Studie der University of Chicago kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Nur jeder zehnte bis jeder dritte Infizierte wird durch Screeningmaßnahmen detektiert. Dies hängt maßgeblich von der Anzahl der symptomlosen Verläufe ab.

 Studie University of Chicago, Katelyn Gostic, 31.01.2020

Beide Studien machen deutlich, dass neben dem Screening am Flughafen weitere Methoden der Epedemie-Prävention notwendig sind..

Verdachtsabklärung und Maßnahmen - Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte 

 Verdachtsabklärung und Maßnahmen

Kontaktpersonennachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus (2019-nCoV)

 Kontaktpersonennachverfolgung

Studien im Fachblatt Lancet

Woher stammt das Virus nCoV und wie unterscheidet sich das Erbgut von anderen Coronaviren? Wie ist der Krankheitsverlauf?

 The Lancet, 30.01.2020

New England - Journal of Medicine

Ein Team chinesischer Wissenschaftler werten die Verläufe der ersten 425 Patienten aus Wuhan aus. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich der Ausbruch entwickelte.

 New England - Journal of Medicine, 29.01.2020

Studie zum Ausbreitungspotenzial

Eine Analyse des Ausbreitungspotenzials von nCoV-2019 durch Flugreisekorridore wurde im Journal of Travel Medicine veröffentlicht

  Link (PDF Dokument)

sowie 

Abschätzung des Importrisikos nCoV-2019 von der Humboldt Universität Berlin

rocs.hu-berlin.de, 30.01.2020

Forschungsbericht vom Imperial College London

Experten des Imperial College London gehen davon aus, dass allein in der chinesischen Stadt Wuhan bis zum 18. Januar bei etwa 4.000 Menschen Symptome aufgetreten sind.

Übertragung von Infektionskrankheiten und imperial.ac.uk, 24.01.2020

.Robert Koch Institut: Die für Deutschland geltende Falldefinition sowie Maßnahmen bei einem Verdachtsfall

 RKI.de: Falldefinion - Neuartiges Coronavirus

 

  2019-nCoV Inkubationszeit und Sterblichkeitsrate

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Der neuartige Coronavirus 2019-nCoV wurde bereits am 07.01.2020 identifiziert. Es besteht eine genetische Verwandschaft zum SARS-Coronavirus und nutzt den gleichen Rezeptor in der Lunge (ACE2) wie SARS-CoV.

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich sieben Tage (1-14). Der Erreger kann auch während der Inkubationszeit von Mensch zu Mensch übertragen werden. Infizierte sind demnach schon während der oft zehntägigen Inkubationszeit ansteckend, ohne dass sie Symptome zeigen. Dies trägt maßgeblich zu einer schnellen Verbreitung des Virus bei.

Symptome der Erkrankung sind Fieber, Husten, Atemnot und evtl. eine Lungenentzündung.

Die Übertragungsfähigkeit des Virus nimmt aktuell zu. Laut Studien steckt jeder Infizierte aktuell zwei bis drei weitere Personen an. Um die Krankheit wirkungsvoll einzudämmen, müssen ca. 60% der möglichen Neuansteckungen verhindert werden imperial.ac.uk, 24.01.2020

Laut aktuellen Daten schwankt die Sterblichkeitsrate zwischen 2,4 und 2,5%. Dabei waren 72% der Fälle älter als 40 Jahre, 2/3 waren männlich und bei 40% lag bereits eine Vorerkrankung vor.
In der schwer betroffenen Metropole Wuhan erreicht die Mortalität allerdings 4,9%. In der gesamten Provinz Hubei, dessen Hauptstadt Wuhan ist, sind es 3,1% Sterblichkeitsrate.

Zur Risikogruppe gehören vorrangig alte, kranke und immunschwache Menschen. Laut WHO verläuft rund 1/4 der Fälle schwer.

Nach Erkenntnissen von Medizinern kann das Coronavirus auch von schwangeren Frauen auf ihre ungeborenen Kinder übertragen werden - dies berichtet der staatliche Fernsehsender CCTV unter Berufung auf Ärzte in der Wuhan Kinderklinik.

Als Quelle der Infektion wird ein Geflügel- und Fischmarkt in Wuhan vermutet, auf dem eine Übertragung von Tier auf Mensch stattgefunden hat. Mittlerweile ist auch die Übertragung von Mensch auf Mensch bestätigt worden. Man geht von Infektionsketten der 4. Generation aus.

Ein diagnostischer Test (RT-PCR) steht bereits zur Verfügung.

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 Videos zu den neuartigen Coronavirus-Fällen (2019-nCoV)

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WHO, Novel Coronavirus 2019-nCoV, 31.01.2020

BZgA, Neuartiges Coronavirus, 06.02.2020

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>> Quelle: scmp.com, 26.01.2020, WHO, Situation Report, 06.02.2020, nhc.gov.cn, 23.01.2020, xinhuanet.com, 23.01.2020, WHO, News, 06.02.2020, imperial.ac.uk, 17.01.2020 und physiciansweekly.com, 14.01.2020 und cdc.gov, 14.01.2020

>> weitere Informationen zu USAFrankreich, Japan, Südkorea, Macao, Thailand, Singapur, Vietnam und China

Reisemedizinische Beratung

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Kosten nach der Gebührenordnung für Ärzte (Ziffer 3 GOÄ 2,3-fach): ab 20,00 € (per Rechnung)

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Kosten nach der Gebührenordnung für Ärzte (Ziffer 3 GOÄ 3,26-fach): ab 28,50 € (per Rechnung)

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