Leberegelinfektion

Definition
Saugwürmer, die auch als "Egel" oder Trematoden bekannt sind, kommen vorwiegend in den Tropen vor und können beim Menschen verschiedene Erkrankungen wie die Bilharziose und die Fasziolose hervorrufen. Zu den Saugwürmern zählen die Leberegel (wie etwa Fasciola hepatica), die Pärchenegel (Schistosomen) und der Lungenegel (Paragonimus).
Vorkommen
Die durch Pärchenegel verursachte Bilharziose (auch als "Schistosomiasis" bekannt) tritt in vielen tropischen und subtropischen Ländern auf. Die WHO schätzt, dass rund 200 Millionen Menschen mit dieser Saugwurmgattung infiziert sind, davon rund 20 Millionen ernsthaft erkranken und etwa 20.000 Menschen an Bilharziose versterben.
Die durch den großen Leberegel verursachte Fasziolose ist weltweit verbreitet. Rund 2,5 Millionen Menschen sind laut Schätzungen der WHO infiziert. Besonders hohe Erkrankungsraten gibt es abhängig von den Ernährungsgewohnheiten in Peru, Kuba, im Nil-Delta, in Frankreich und im Nahen Osten. Selten, aber doch immer wieder, werden Fälle in Mitteleuropa, aber auch in Mittel- und Südamerika, Asien und Afrika beobachtet.
Inkubation
Die Schistosomen halten sich im Darm bzw. in der Blase auf. Dort erzeugen sie eine große Anzahl von Eiern, die mit dem Stuhl bzw. Harn ausgeschieden werden. Bei Kontakt mit Süßwasser schlüpfen aus diesen Eiern Larven und befallen Wasserschnecken, in denen sie sich weiterentwickeln und schließlich frei an der Wasseroberfläche umherschwimmen. Hält sich ein potentieller tierischer oder menschlicher Wirt im Wasser auf, durchbohren sie die Haut ihres Opfers, um sich in dessen Darm oder Blase zu vermehren.
Der die Fasziolose auslösende große Leberegel wird durch den Verzehr von rohem Salat und Gemüse, an denen die Parasiten haften, übertragen. Mitunter auch durch verunreinigtes Trinkwasser und das Kauen an Grashalmen, an denen die Parasiten haften.
Bei den Lungenegeln erfolgt die Ansteckung meist durch den Verzehr von nicht ausreichend gekochten oder rohen Krebsen und Krabben. Entsprechende Ernährungsgewohnheiten gibt es in China, auf den Philippinen oder in Thailand. Auch eine Infektion über verunreinigte Küchenutensilien und Hände ist möglich. Ebenso eine Übertragung über das Trinkwasser.
Verlauf
Bei der Bilharziose kommt es zu rötlichen, juckenden Hauterscheinungen – der sogenannten "Zerkariendermatitis". Auch Fieber ist möglich. Im weiteren Verlauf kann Blut im Urin und Stuhl auftreten. Bei längerem Wurmbefall sind schwere Leberfunktionsstörungen möglich.
Die Mehrzahl der Fasziolose-Infektionen machen sich nicht durch Beschwerden bemerkbar. Bei einem akuten Verlauf der Erkrankung zeigen sich Bauchschmerzen, Fieber, Erbrechen, Übelkeit und ein Anschwellen der Leber. Im weiteren Verlauf sind Gallenkoliken sowie Entzündungen und Eiterherde in Organen, die tödlich enden können, möglich.
Diagnose
Bei den meisten Wurmerkrankungen kann der Arzt im Stuhl der Patienten Wurmeier oder ganze Würmer nachweisen und so die Erkrankung diagnostizieren.
Behandlung / Therapie
Anthelmintika, also Präparate, die zur Bekämpfung von Würmern eingesetzt werden, sind die wichtigste Therapieoption bei Saugwurmerkrankungen. Die Bilharziose lässt sich, so sie rechtzeitig behandelt und komplikationslos verläuft, damit gut behandeln. Auch die Fasziolose ist medikamentös gut zu behandeln. Oft kommt es durch das Absterben der Würmer auch zu einer Spontanheilung.
Vorsorge
In Bilharziosegebieten kann man Infektionen vorbeugen, indem man den Hautkontakt mit Süßwasser vermeidet. Vor der Faziolose schützt man sich, indem man keine ungekochten Wildpflanzen wie etwa Brunnen- oder Wasserkresse isst und auf das Kaufen an Grashalmen verzichtet. Lungenegeln beugt man vor, indem man keine rohen, nicht ausreichend gekochten Krabben oder Krebsgerichten isst und auf sorgfältiges Kochen der Nahrung achtet.
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